
Gemeinnützige Netzwerke in ganz Österreich nutzten den Weltflüchtlingstag am 20. Juni, um auf die weiterhin bestehenden Integrationsherausforderungen trotz sinkender Asylzahlen aufmerksam zu machen. In Klagenfurt veranstaltete die NGO Kärntenandas eine Straßeninstallation namens „Frieden in der Box“, bei der Besucher Willkommensbotschaften auf Pappwürfel schrieben, die später zu einem symbolischen Schutzraum zusammengesetzt wurden. Das Programm war eines von Dutzenden, die vom UNHCR Österreich zum Gedenktag organisiert wurden. Redner forderten die Bundesregierung auf, die Rückstände bei der Familienzusammenführung zu priorisieren und den EU-Asylpakt mit Schutzmaßnahmen für unbegleitete Minderjährige umzusetzen. Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßte den Fokus auf Integration und wies darauf hin, dass die österreichische Wirtschaft weiterhin 50.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt und eine rasche Anerkennung von Qualifikationen Geflüchteter Engpässe in Logistik und Pflege lindern könnte. Für Mobilitätsmanager ergeben sich zwei zentrale Erkenntnisse: Erstens bieten CSR-Teams in dieser Woche gestartete Mentoring-Programme für rechtliche Unterstützung als fertige Freiwilligenprojekte an; zweitens verschiebt sich die politische Erzählung von der Ankunftssteuerung hin zur Arbeitsmarktintegration, was neue Förderungen für Unternehmen ermöglichen könnte, die anerkannte Flüchtlinge einstellen und weiterqualifizieren. Die Organisatoren planen, die Installation im Juli nach Linz und Graz zu bringen, um das Thema Migration im Wahljahr weiterhin im öffentlichen Fokus zu halten.
Quelle: IARA / UNHCR Austria