
Russische Luftfahrtbehörden schlossen am Montagmorgen kurzzeitig alle vier Flughäfen in Moskau, nachdem Luftabwehreinheiten nach Angaben der Behörden 59 Langstrecken-Drohnen aus der Ukraine abgefangen hatten, die auf die Hauptstadt zielten. Der Betrieb an Sheremetyevo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski wurde für fast zwei Stunden eingestellt, mehrere ankommende Flüge wurden nach St. Petersburg und Kasan umgeleitet, bevor der normale Verkehr wieder aufgenommen wurde. Finnair fliegt nicht mehr nach Russland, doch der Flughafen Helsinki bedient täglich mehrere Fracht- und Charterflüge, die auf dem Weg nach Asien den westlichen russischen Luftraum überfliegen. Eurocontrol erließ eine schnelle Verkehrslenkungsmaßnahme, die den Nordverkehr vorübergehend durch den finnischen und baltischen Luftraum umleitete, um potenzielle Raketenabwehrzonen rund um Moskau zu umgehen. Die finnische Verkehrs- und Kommunikationsbehörde (Traficom) warnte die Fluggesellschaften, dass sich Verzögerungen bis in den Nachmittag bei den asiatischen Abflügen ab Helsinki auswirken könnten. Reise-Risikoberater weisen darauf hin, dass trotz des EU-Flugverbots zwischen Finnland und Russland viele multinationale Unternehmen weiterhin Personal über Helsinki-Doha oder Helsinki-Istanbul nach Zentralasien befördern. Sollte der Konflikt zu weiteren Sperrungen des russischen Luftraums führen, könnten sich diese Routen um 30 bis 60 Minuten verlängern und Treibstoffzuschläge erhöhen. Der Vorfall verdeutlicht die Anfälligkeit der europäischen-asiatischen Flugkorridore. Fluggesellschaften mit Sitz in Finnland meiden bereits große Teile des sibirischen Luftraums; eine vollständige Sperrung rund um Moskau würde die verbleibenden Korridore stark einschränken und könnte die Airlines zwingen, neue Risikoanalysen gemäß dem EASA-Konfliktzonen-Informationsbulletin CZIB-2026-01 vorzulegen. Reisenden wird empfohlen, diese Woche besonders bei engen Anschlusszeiten von 45 Minuten am Flughafen Helsinki mehr Puffer einzuplanen. Auch Frachtspediteure, die über das Finnair-Cargo-Drehkreuz versenden, müssen mit möglichen verpassten Lkw-Abfahrten rechnen, da sich die Ankünfte von Großraumflugzeugen verzögern.
Quelle: Al Jazeera