
Das Innenministerium stellte am 25. Juni im Rahmen einer „Planquadrat“-Aktion der Fremdenpolizei am Wiener Westbahnhof eine neue Smartphone-App zur kontaktlosen Fingerabdruckerfassung vor. Mit dem Tool können Beamte innerhalb von Sekunden Fingerabdrücke aufnehmen und diese direkt vor Ort mit nationalen und EU-Datenbanken abgleichen – sei es auf dem Bahnsteig oder am Straßenrand. Seit Ende 2025 testen rund 600 Polizisten in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Tirol die Software und haben bereits über 1.300 Abfragen durchgeführt. Laut Behörden führte die Pilotphase bereits zur Festnahme von Personen, die per Europäischem Haftbefehl gesucht werden, sowie zur Identifizierung von Menschen, die nach abgelehnten Asylanträgen illegal im Land leben. Die App wird nächsten Monat auf einer UN-Konferenz zur Polizeitechnologie in New York präsentiert, bevor sie schrittweise bundesweit eingeführt wird. Für multinationale Arbeitgeber bedeutet das eine strengere Echtzeitkontrolle von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen. Unternehmen mit entsandten Mitarbeitern oder Grenzgängern sollten sicherstellen, dass ihre Beschäftigten bei Bahn- oder Straßenreisen gültige Reisepässe oder die digitale ID Austria mitführen, da Stichprobenkontrollen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten zunehmen dürften. Datenschutzexperten betonen, dass das System mit DSGVO-konformen Schutzmechanismen ausgestattet ist, darunter Verschlüsselung auf dem Gerät und automatische Löschung der Scans nach der Überprüfung. Dennoch fordern NGOs eine unabhängige Kontrolle, um Profiling zu verhindern. Unternehmen sollten ihre reisenden Mitarbeiter über Rechte und Pflichten bei Kontrollen informieren, um Verzögerungen oder Imageschäden zu vermeiden.
Quelle: Austrian Interior Ministry (BMI)