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Frankreich blockiert EU-Pläne zum Verbot von Schengen-Visa für ehemalige russische Kämpfer

Juni 27, 2026
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Frankreich blockiert EU-Pläne zum Verbot von Schengen-Visa für ehemalige russische Kämpfer
Diplomaten der Europäischen Union haben begonnen, über einen beispiellosen Vorschlag zu diskutieren, der es russischen Staatsbürgern, die seit dem groß angelegten Einmarsch in die Ukraine im Militärdienst stehen, nahezu unmöglich machen würde, Schengen-Visa zu erhalten. Der am 25. Juni von einer Koalition aus elf nordischen und baltischen Mitgliedstaaten eingebrachte Vorschlag sieht vor, den Militärdienst in die Liste der zwingenden Ablehnungsgründe im EU-Visakodex aufzunehmen.

Laut diplomatischen Notizen, die Euronews vorliegen, machten Paris und Rom bereits in der ersten Arbeitsgruppensitzung am 26. Juni deutlich, dass sie ein automatisches Einreiseverbot nicht unterstützen werden. Frankreich argumentierte, dass der verpflichtende Wehrdienst in Russland Tausende junger Wehrpflichtiger treffen würde, die keinen Bezug zu Kriegsverbrechen haben, und gleichzeitig die französischen Konsulate, die bereits mehr russische Anträge bearbeiten als jedes andere Schengen-Land, zusätzlich belasten würde. Im Jahr 2025 stellten französische Auslandsvertretungen fast 180.000 Visa an russische Staatsangehörige aus – ein Anstieg von 23 % im Vergleich zum Vorjahr, trotz der angespannten EU-Russland-Beziehungen.

Das französische Innenministerium warnte zudem davor, dass eine pauschale Ablehnung dazu führen könnte, dass Antragsteller Asylanträge an den Außengrenzen stellen – insbesondere am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle – und somit den Grenzschutz nur wenige Monate vor der vollständigen Einführung des digitalen Ein- und Ausreisesystems (EES) im April 2026 zusätzlich belasten würde. Italien unterstützte die französische Position und plädierte stattdessen für eine Einzelfallprüfung, die auf Militärausweisen basiert, die seit dem 1. Juni von russischen Antragstellern neu verlangt werden.

Frankreich blockiert EU-Pläne zum Verbot von Schengen-Visa für ehemalige russische Kämpfer


Nördliche und östliche Mitgliedstaaten bestehen darauf, dass die Maßnahme notwendig ist, um zu verhindern, dass ausgebildete Soldaten mit Touristenvisa in die EU einreisen und möglicherweise Sabotageakte verüben. Sie argumentieren, dass die von Frankreich bevorzugte individuelle Überprüfung nicht durchsetzbar sei, da russische Behörden den Militärstatus eines Antragstellers selten bestätigen.

Die Diskussionen werden nächste Woche im COREPER fortgesetzt, doch mehrere Diplomaten räumen ein, dass eine Einstimmigkeit unwahrscheinlich ist – was bedeuten könnte, dass der Vorschlag zu einer unverbindlichen politischen Erklärung herabgestuft oder an die nächste Sanktionsrunde gegen Russland gekoppelt wird, anstatt direkt im Visakodex verankert zu werden.

Für Unternehmen, die auf russische Besucher angewiesen sind – etwa im Luxus-Einzelhandel, Bildungsbereich oder Medizintourismus – bewahrt die französische Haltung einen legalen Weg für zahlungskräftige Kunden. Gleichzeitig sollten sich Firmen jedoch auf längere Hintergrundprüfungen und höhere Ablehnungsquoten einstellen, da der politische Druck zunimmt. Russische Führungskräfte, die im Herbst an Pariser Fachmessen teilnehmen, müssen damit rechnen, detaillierte Nachweise vorzulegen, dass sie nie mobilisiert wurden. Mobilitätsmanager sollten Visa-Termine zudem zwei bis drei Wochen früher als üblich planen.
Quelle: Euronews

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