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Österreich verzeichnet starken Rückgang bei Asylanträgen durch neues EU-Abkommen

Juni 29, 2026
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Österreich verzeichnet starken Rückgang bei Asylanträgen durch neues EU-Abkommen
Das österreichische Innenministerium meldet, dass die Zahl der Asylsuchenden im Land so stark zurückgeht wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. In der Hauptmittagsausgabe der ZIB 13:00 am Sonntag präsentierte der ORF vorläufige Zahlen, die einen Rückgang der Erstanträge auf Asyl im ersten Halbjahr 2026 um „deutlich über 40 Prozent“ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigen. Laut Behörden wurden zwischen Januar und Mitte Juni knapp 14.000 Anträge gestellt, nach fast 24.000 im ersten Halbjahr 2025.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) führt dies auf drei Faktoren zurück: die schrittweise Umsetzung des am 12. Juni in Kraft getretenen EU-Pakts für Migration und Asyl, verschärfte Grenzkontrollen zu Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie eine anhaltende Zunahme von Rückführungsflügen für abgelehnte Asylwerber. Karner betonte, dass „glaubwürdiger humanitärer Schutz glaubwürdige Rückführungen“ erfordere und stellte fest, dass Abschiebungen erstmals seit 2015 die Zahl der Neuanträge übersteigen.

Österreich verzeichnet starken Rückgang bei Asylanträgen durch neues EU-Abkommen


Von NGOs befragte Anwälte warnen jedoch, dass der Rückgang der Anträge die Verfahrensengpässe verschleiere. Da die neuen Grenzverfahrensregeln des Pakts viele Antragsteller in speziellen Transitunterkünften festhalten, verzögern sich die Verfahren, und die Aufnahmeeinrichtungen rund um Wien und in Niederösterreich sind nahezu ausgelastet.

Arbeitgeberverbände fordern derweil von der Regierung, dass Fachkräfteprogramme wie die Rot-Weiß-Rot-Karte durch die verstärkte Grenzkontrolle nicht behindert werden. Für globale Mobilitätsmanager hat dies mehrere Auswirkungen: Unternehmen, die nicht-EU-Fachkräfte nach Österreich entsenden, müssen mit längeren polizeilichen Überprüfungen am Flughafen und zusätzlichen Dokumentenkontrollen an den Landgrenzen rechnen. Positiv ist, dass weniger spontane Ankünfte Wohnraum in Wien und Graz freimachen könnten, der bisher für Notunterkünfte reserviert war.

Personalabteilungen wird empfohlen, die Hinweise auf dem neuen mehrsprachigen Portal AsyluminAustria.at zu verfolgen, das ab Juli als zentrale Informationsquelle für alle asylbezogenen Verfahren dient. Das Innenministerium plant, Anfang Juli seinen detaillierten Halbjahresbericht zu veröffentlichen. Sollte der Abwärtstrend anhalten, wird erwartet, dass die derzeitigen „vorübergehenden“ Grenzkontrollen Mitte Juni 2027 auslaufen und Österreich damit dem vollständig passfreien Schengen-Raum näherkommt.
Quelle: ORF (ZIB 13:00)

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