
In einer von Agrarwirtschaftslobbyisten genau beobachteten politischen Kehrtwende hat die Trump-Administration klargestellt, dass ganzjährige Milchviehbetriebe nun ausländische Arbeitskräfte über das H-2A-Programm für temporäre landwirtschaftliche Arbeitskräfte einstellen können. Milchviehhaltung war bisher ausgeschlossen, da H-2A auf saisonale Erntearbeiten beschränkt war; Betriebe waren stark auf undokumentierte Arbeitskräfte angewiesen oder litten unter chronischem Personalmangel. Die am 29. Juni 2026 veröffentlichte Änderung erlaubt es Milchviehbetrieben, H-2A-Anträge zu stellen, sofern sie einen inländischen Arbeitskräftemangel nachweisen und Lohn-, Wohn- sowie Transportvorschriften erfüllen. Branchenverbände schätzen den sofortigen Bedarf landesweit auf 20.000 Arbeitskräfte. Während traditionell Lateinamerika den Großteil der US-Landwirtschaftsarbeitskräfte stellt, sind indische Arbeitskräfte zunehmend in US-Landwirtschaftsprogrammen und spezialisierten Tierhaltungsrollen vertreten. Vermittler in Punjab und Haryana werben bereits für Stellen, betonen den legalen Status und die Möglichkeit, später auf andere Visa umzusteigen. Für globale Mobilitätsteams bietet die Erweiterung einen compliance-freundlichen Weg für landwirtschaftliche und Agri-Tech-Entsendungen, die bisher über J-1-Trainee-Programme oder L-1-Transfers abgewickelt wurden. Gegner der Einwanderung argumentieren jedoch, dass dieser Schritt Bemühungen zur „Wiederherstellung amerikanischer Arbeitsplätze“ untergräbt, was mögliche Klagen oder künftige Rücknahmen andeutet. Unternehmen, die diesen Weg wählen, müssen die strengen H-2A-Wohnvorschriften, staatliche Arbeitsgesetze und die Verpflichtung zur Rückführung der Arbeitskräfte nach Vertragsende berücksichtigen. Eine frühzeitige Zusammenarbeit mit zugelassenen Vermittlern und transparente Lohnpraktiken sind entscheidend, um Lohnbetrugsskandale zu vermeiden, wie sie in anderen Agrarsektoren bereits aufgetreten sind.
Quelle: Business Standard