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Ministerpräsident Sánchez bestätigt über eine Million Anträge zum Ende des Amnestiefensters für Migranten in Spanien

Juli 1, 2026
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Ministerpräsident Sánchez bestätigt über eine Million Anträge zum Ende des Amnestiefensters für Migranten in Spanien
Spaniens außergewöhnliche Regularisierungskampagne endete am 30. Juni um Mitternacht mit mindestens 1,05 Millionen Anträgen – weit mehr als die ursprünglich vom Staat prognostizierten 500.000. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete die Beteiligung vor Journalisten als „historischen Fortschritt für den sozialen Zusammenhalt“ und warnte, dass Spanien ohne Zuwanderung bis 2050 19 % seines BIP verlieren würde. Das seit dem 16. April geltende Programm ermöglicht es undokumentierten Ausländern, die vor dem 1. Januar 2026 nach Spanien eingereist sind, eine einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erhalten, sofern sie grundlegende Integrationsnachweise und ein sauberes Führungszeugnis vorlegen.

Das Interesse stieg in der letzten Woche stark an: Allein die städtische Beratungsstelle in Barcelona bearbeitete fast 87.000 Anträge, und die Regionalregierungen hielten ihre Büros bis Mitternacht geöffnet. NGOs lobten die Maßnahme, wiesen jedoch darauf hin, dass viele Antragsteller Schwierigkeiten hatten, übersetzte Führungszeugnisse zu beschaffen oder die Bearbeitungsgebühr von 15 Euro rechtzeitig zu zahlen.

Ministerpräsident Sánchez bestätigt über eine Million Anträge zum Ende des Amnestiefensters für Migranten in Spanien


Für Arbeitgeber bedeutet der Ansturm sowohl eine Chance als auch eine organisatorische Herausforderung. Erfolgreiche Antragsteller können innerhalb weniger Wochen eine formelle Beschäftigung aufnehmen, was besonders Branchen mit akutem Arbeitskräftemangel wie Tourismus, Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie Altenpflege entlastet. Allerdings könnten Verzögerungen bei der Ausstellung der Ausländer-Identitätskarten (TIE) und bei der Anmeldung bei der Sozialversicherung den Einstieg verzögern. Unternehmen sollten daher mit Vorlaufzeiten von drei bis vier Monaten rechnen und darauf vorbereitet sein, bei Kontrollen durch Arbeitsinspektoren Vertragsnachweise vorzulegen.

Nun beginnt eine dreimonatige Entscheidungsphase. Die Anträge werden über die neu geschaffene Agentur für menschliche Mobilität bearbeitet, die digitale Nachverfolgung und SMS-Benachrichtigungen verspricht. Ablehnungen – mit einer erwarteten Quote von 10 bis 15 % – können innerhalb eines Monats administrativ und innerhalb von zwei Monaten gerichtlich angefochten werden. Mobilitätsteams sollten daher Monitoring-Dashboards einrichten, um Talente bei Ablehnung neu zu verteilen oder gegebenenfalls auf Notfallvisa zurückzugreifen.
Quelle: Euronews

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