
Ein weiterer Eckpfeiler des Einwanderungs- und Asylgesetzes wurde am 30. Juni mit der Ankündigung der Unabhängigen Einwanderungsberufungsbehörde (IIAA) vorgestellt. Die neue Institution wird die bisherige zweistufige Tribunalsstruktur ersetzen und mehrere Berufungsmöglichkeiten zu einem einzigen, schnelleren Verfahren zusammenführen. Laut Innenministerium warten mehr als 150.000 Einwanderungs- und Asylberufungen auf Anhörungen, mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 61 Wochen. Indem die IIAA befugt wird, Fälle mit ausländischen Straftätern mit hohem Schadenpotenzial und „offensichtlich unbegründete“ Anträge zu priorisieren, hoffen die Minister, Abschiebungen zu beschleunigen und Unterkunftskosten zu senken. Die IIAA wird Ende 2027 mit der Fallbearbeitung beginnen und von unabhängig ernannten Richtern besetzt, deren Anzahl je nach Arbeitsaufkommen angepasst werden kann. Alle Anträge – Menschenrechte, Asyl und Schutz – müssen gleichzeitig eingereicht werden, womit die bisherige Praxis der „aufeinanderfolgenden Anträge“, die Abschiebungen um Monate oder Jahre verzögern kann, beendet wird. Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Änderung in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens haben ausländische Entsandte, deren Visa verkürzt werden, weniger Möglichkeiten, ihren Aufenthalt durch langwierige Berufungen zu verlängern. Zweitens müssen Arbeitgeber, die Fachkräfte sponsern, absolute Compliance sicherstellen, da negative Entscheidungen des Innenministeriums nach Einführung des Ein-Stufen-Systems schneller zu Abschiebungen führen können. Eine rechtzeitige Einreichung von Verwaltungsüberprüfungen und frühzeitige rechtliche Intervention werden noch wichtiger. Rechtsexperten warnen, dass die Zusammenlegung der Berufungsgründe die Ermessensspielräume bei Erstentscheidungen konzentrieren könnte. Unternehmen, die stark auf gesponserte Arbeitskräfte angewiesen sind, sollten proaktive Compliance-Audits und Schulungen einplanen, um Statusprobleme frühzeitig zu erkennen, bevor es zu Durchsetzungsmaßnahmen kommt. Die IIAA wird eine Primärgesetzgebung erfordern; Beobachter erwarten eine intensive Debatte im Parlament über Schutzmechanismen und Ressourcen. Dennoch rechnen nur wenige damit, dass die Reform gestoppt wird, angesichts des politischen Drucks auf sichtbare Verschärfungen der Grenzkontrollen vor der nächsten Parlamentswahl.
Quelle: UK Home Office (GOV.UK)
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