
Ein ausführlicher Bericht, der am 30. Juni von Travel & Tour World veröffentlicht wurde, beschreibt, wie die Außengrenzkontrollen Europas durch das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) – seit dem 10. April voll funktionsfähig – und das kommende Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem (ETIAS), das nun für November 2026 geplant ist, grundlegend verändert werden. Polen, als eines von 29 Schengen-Mitgliedern, hat bereits an allen 71 Straßen-, Bahn-, Luft- und Seeübergängen die Passstempel abgeschafft und erfasst bei jedem Besucher außerhalb der EU Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen. Für in Polen ansässige multinationale Unternehmen hat diese Umstellung weitreichende Folgen. Geschäftsreisende aus visafreien Ländern wie den USA, Großbritannien oder Kanada müssen sicherstellen, dass ihre biometrischen Daten bei der ersten Einreise korrekt erfasst werden; Abweichungen können „orange“ Warnungen auslösen, die spätere Reisen verzögern. Ab Ende 2026 benötigen dieselben Reisenden zudem eine ETIAS-Genehmigung – eine Online-Vorprüfung für 20 Euro, die drei Jahre gültig ist –, bevor sie Flüge nach Warschau, Krakau oder Danzig antreten. Der Bericht weist darauf hin, dass Polen die Möglichkeit interner Schengen-Stichprobenkontrollen mindestens bis Dezember 2026 beibehält, um den Migrationsdruck an seiner östlichen Grenze zu steuern. Unternehmen, die Mitarbeiter über Land aus Deutschland oder Tschechien entsenden, sollten daher die Pässe griffbereit halten und zufällige Kontrollen bei der Reisezeit einkalkulieren. Fluggesellschaften, die polnische Flughäfen anfliegen, müssen ihre Abflugkontrollsoftware aktualisieren, um EES-Ausreiseregistrierungen und nach Inbetriebnahme ETIAS-Genehmigungen zu überprüfen, andernfalls drohen Bußgelder für den Transport nicht konformer Passagiere. Reiseprogramm-Manager werden geraten, jetzt mit Aufklärungskampagnen zu beginnen: die Gültigkeit der Reisepässe der Mitarbeiter zu prüfen (ETIAS verlangt mindestens drei Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus), neue Gebühren einzuplanen und Datenschutzhinweise zu aktualisieren, da die an den polnischen Grenzen erhobenen biometrischen Daten bis zu fünf Jahre in EU-Datenbanken gespeichert werden, die Frontex und Europol zugänglich sind. Wer sich nicht vorbereitet, riskiert verweigerte Bordkarten, verpasste Kundentermine und Probleme mit dem Aufenthaltsstatus, sobald die ETIAS-Kontrollen greifen.
Quelle: Travel & Tour World