
Der Internationale Flughafen Johannes Paul II. Krakau–Balice (KRK) – Polens zweitgrößter Flughafen – verbrachte den Großteil des Dienstags, 30. Juni, damit, ein Chaos im Flugplan zu bewältigen, das zu 100 verspäteten Abflügen und Ankünften sowie zur Streichung von drei Flügen führte. Der Flugbetrieb wurde zwar nicht eingestellt, doch die Auswirkungen auf die Flugrotation sorgten dafür, dass Passagiere auf Flüge nach Warschau, London, Frankfurt, Amsterdam und einem Dutzend weiterer Städte stundenlang über ihre ursprünglichen Boarding-Zeiten hinaus warten mussten. Die Flughafenleitung machte eine „Kombination aus verspäteten ankommenden Flugzeugen, Beschränkungen der Dienstzeiten der Crew und regionalen Luftverkehrsbeschränkungen“ für die Kettenreaktion verantwortlich. Betroffen waren sowohl Billig- als auch Netzwerkfluggesellschaften – Ryanair, Wizz Air, LOT, Lufthansa, KLM und British Airways standen alle auf den Anzeigetafeln mit Verspätungen. Da die Auslastung auf dem Niveau der Hochsaison lag, entschieden sich die Airlines, verspätet zu fliegen, statt Flüge zu streichen, wodurch die Zahl der Ausfälle auf drei begrenzt blieb, jedoch kaum Spielraum für die Umbuchung verpasster Anschlussflüge blieb. Für Unternehmen, die Mitarbeiter entsenden oder Tagesgeschäfte abwickeln, ist der Vorfall eine Warnung, dass auch Polens Regionalflughäfen anfällig für Netzwerkeffekte sind – ähnlich wie der größere Flughafen in Warschau. Nach EU-Verordnung 261 können Reisende, die bei Ankünften innerhalb der EU mehr als drei Stunden Verspätung haben, bis zu 400 € Entschädigung verlangen, sofern die Ursache im Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft liegt. Geschäftsreisende sollten daher ihre Mitarbeiter über Anspruch auf Verpflegung, Hotelunterbringung und Umbuchungsmöglichkeiten informieren und am Gate Beweise für die Verspätung sammeln. Für die Zukunft beschleunigt der Flughafen Krakau den Ausbau des Vorfelds und hat in der Schengen-Abflughalle Bildschirme zur Echtzeit-Überwachung der Warteschlangen installiert. Bis zusätzliche Flugsteige später in diesem Jahr in Betrieb gehen, raten die Airlines ihren Kunden, mobile Apps für Push-Benachrichtigungen zu nutzen und bei Verbindungen über Südpolen längere Umsteigezeiten einzuplanen.
Quelle: Travel and Tour World