
Der Eurogate-Containerterminal in Limassol wurde heute Morgen während der Übung „Port Shield 2026“ in eine simulierte Notfallzone verwandelt. Diese groß angelegte Anti-Terror-Übung wurde von Eurogate, der Anti-Terror-Einheit der zyprischen Polizei, der Hafenbehörde Zyperns und dem Gemeinsamen Rettungskoordinationszentrum organisiert. Das Szenario umfasste eine in einem Container eingeschmuggelte Sprengvorrichtung, Massenverletzte am Kai und eine Geiselnahme an Bord eines Ro-Ro-Schiffs. Über 300 Einsatzkräfte – darunter Hafenarbeiter, Feuerwehrleute, Notfallmediziner und Spürhunde – nahmen teil. Geprobt wurden unter anderem die Umleitungsprotokolle für Schiffe, die Abriegelung des Containerlagers sowie Evakuierungswege für den benachbarten Kreuzfahrthafen. Drohnen lieferten Echtzeitbilder an das gemeinsame Einsatzkommando, während simulierte Gerüchte in sozialen Medien gestreut wurden, um die Wirksamkeit des Krisenkommunikationsplans der Hafenbehörde zu testen. Limassol wickelt fast 90 % des containerisierten Handels Zyperns ab und verarbeitet wöchentlich Tausende Kreuzfahrtpassagiere. Schon wenige Stunden Störung können regionale Lieferketten und den Tourismussektor stark beeinträchtigen. Thomas Gassmann, CEO von Eurogate Zypern, betonte, dass die Übung den Bedarf an schnellerem digitalem Zugriff auf Crew-Listen sowie eine bessere Integration zwischen privaten Sicherheitsfirmen und Polizeieinsatzleitern aufgezeigt habe. Aus globaler Mobilitätsperspektive sollten multinationale Unternehmen, die zeitkritische Waren über Limassol verschiffen oder Mitarbeiter über das wachsende Kreuzfahrt- und Fährnetz des Hafens transportieren, in der kommenden Woche mit verstärkten Sicherheitskontrollen rechnen, während die Behörden die gewonnenen Erkenntnisse auswerten. Logistikmanager werden geraten, für Juli-Abfahrten zusätzliche Pufferzeiten einzuplanen und Fahrer an die neuen Ausweiskontrollen am Tor zu erinnern. Auch die Fähigkeit des Hafens, sich an die kommende EU-Verordnung zur maritimen Sicherheit anzupassen, wird genau geprüft. Antonis Stylianou, Vorsitzender der Hafenbehörde Zyperns, erklärte, dass die heute aufgedeckten Compliance-Lücken in die Überprüfung des ISPS-Codes einfließen werden, bevor die EU im Jahr 2027 eine Audit-Runde durchführt.
Quelle: Cyprus Mail