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Italienische Gemeinden schlagen Alarm wegen Schlangen am Schengen-EES und fordern von der Regierung Entlastung im Sommer

Juli 3, 2026
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Italienische Gemeinden schlagen Alarm wegen Schlangen am Schengen-EES und fordern von der Regierung Entlastung im Sommer
Italiens Nationaler Verband der italienischen Gemeinden (ANCI) hat einen dringenden Brief an Außenminister Antonio Tajani und Innenminister Matteo Piantedosi geschrieben. Darin warnt er, dass das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) bereits drei Monate nach dem landesweiten Start am 10. April 2026 stundenlange Warteschlangen an Flughäfen und Landgrenzen verursacht. ANCI-Präsident Gaetano Manfredi weist darauf hin, dass die biometrische Registrierung aller Nicht-Schengen-Reisenden – Fingerabdrücke und ein Passfoto bei der ersten Einreise – die Passkontrollen so stark verlangsamt hat, dass Flughäfen zusätzliche Flächen absperren und Personal umverteilen mussten, während die örtliche Polizei mit Überstundenmangel kämpft. Die Gemeinden befürchten, dass die touristischen Spitzen im Juli und August zu einem Verkehrschaos führen, das sich auf den Nahverkehr, die Verfügbarkeit von Taxis und wichtige öffentliche Dienste auswirkt. In dem der Agenzia Nova vorliegenden Schreiben fordert ANCI „übergangsweise und flexible“ Lösungen, darunter vorübergehende Ausnahmen für bereits registrierte Wiederkehrer, mobile Erfassungsteams zur Verkürzung der Warteschlangen in den Terminals sowie schnelle Mittel zur Einstellung von 600 zusätzlichen Grenzbeamten an den Flughäfen Rom Fiumicino, Mailand Malpensa und Venedig. Der Verband möchte zudem, dass die Regierung in Brüssel auf Notfall-Ausnahmeregelungen drängt, wie sie Griechenland Anfang des Jahres gewährt wurden. Warum das wichtig ist: Italien setzt auf einen Rekordsommer nach einem Ankunftsrekord von 98 Millionen ausländischen Besuchern im Jahr 2025. Lange Wartezeiten an den Grenzen gefährden Anschlussflüge, sorgen für negative Berichterstattung in sozialen Medien und führen zu Einnahmeverlusten bei Hotels und Reiseveranstaltern. Arbeitgeber mit vielen Expatriates oder Pendlern müssen ihre Mitarbeiter auf mögliche mehrstündige Ankunftsprozesse vorbereiten und mehr Zeit in Reisepläne einrechnen. Reiseverantwortliche sollten beobachten, ob das Innenministerium die ANCI-Vorschläge umsetzt; genehmigte Ausnahmen könnten die Reisezeiten erheblich verkürzen. Hintergrund: Das EES ist ein EU-weites System zur Grenzverwaltung, das manuelle Passstempel ersetzt und automatisch die erlaubte Aufenthaltsdauer berechnet. Italien hat die vollständige Einführung an Flughäfen im März und an den Landgrenzen Mont Blanc und Brenner im April abgeschlossen. Im Gegensatz zu Frankreich und Spanien erfolgte die Einführung nicht gestaffelt nach Einreisepunkt, was die Lernkurve für die Grenzbeamten steiler machte. Praktische Tipps: Personalabteilungen sollten Nicht-EU-Mitarbeiter, die seit April erstmals nach Italien einreisen, dazu raten, ihre Reisedaten möglichst vorab in den Airline-Apps zu registrieren, einen Ausdruck der italienischen Unterkunft mitzuführen und längere Wartezeiten zwischen 6 und 11 Uhr sowie 16 und 22 Uhr einzuplanen. Unternehmen, die im Juli Gruppen anreisen lassen, sollten Charterflüge zu Regionalflughäfen wie Verona oder Bari in Betracht ziehen, wo die EES-Warteschlangen derzeit kürzer sind.
Quelle: Agenzia Nova

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