
Indische Antragsteller, die sich an diesem Wochenende im US-Terminvergabesystem einloggten, erlebten eine Überraschung: Das Konsulat in Kolkata bietet nun vier verschiedene Termin-Kategorien für das Standard-B1/B2-Besuchervisum an. Neben dem traditionellen Slot „Allgemeiner Tourismus & Reisen“ gibt es neue Warteschlangen für Geschäftsleute, Eltern, die in den USA lebende Kinder besuchen, sowie für Antragsteller mit einer kürzlichen Ablehnung (innerhalb der letzten 24 Monate). Juristen sehen darin einen Mikro-Pilotversuch, der darauf abzielt, stark frequentierte Standorte zu entlasten und die in jüngsten DHS-Strategiepapiere skizzierten Konzepte der kontinuierlichen Überprüfung zu testen. Die Segmentierung könnte den Zugang für Geschäftsreisende verbessern, die oft von der hohen Nachfrage im Freizeitbereich verdrängt werden – ein chronisches Problem im Nach-Pandemie-Boom Indiens. Für multinationale Unternehmen könnte die eigene „Geschäftsreisenden“-Kategorie die Wartezeiten für kurzfristige Kundenbesuche und Messeauftritte verkürzen, auch wenn offizielle Kapazitätszahlen bislang nicht bekannt sind. Experten warnen jedoch davor, die Änderung zu überschätzen. Die Kategorisierung der Termine ändert nichts an den rechtlichen Vergabestandards; alle Antragsteller müssen weiterhin die starke Bindungsvermutung gemäß INA 214(b) überwinden. Die „Kürzliche Ablehnung“-Kategorie könnte sogar das Risiko für Wiederholungsanträge erhöhen, da die Beamten die Bindungen noch genauer prüfen könnten. Handlungsempfehlungen: Mobilitätsteams sollten indische Reisende anleiten, die zutreffendste Zweckkategorie auszuwählen und darauf hinweisen, dass eine falsche Zuordnung (z. B. Tourismus bei Geschäftsreisen) eine administrative Bearbeitung nach Abschnitt 221(g) auslösen kann. Unternehmen sollten zudem beobachten, ob weitere indische Standorte den Pilot übernehmen, da eine frühe Einführung regionale Strategien zur Terminwahl beeinflussen könnte.
Quelle: The American Bazaar
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