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Von Österreich geführte Anti-Menschenhandelsaktion führt weltweit zu 1.024 Festnahmen

Juli 7, 2026
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Von Österreich geführte Anti-Menschenhandelsaktion führt weltweit zu 1.024 Festnahmen
Das österreichische Bundeskriminalamt (BK) gab am 6. Juli 2026 bekannt, dass die Operation „Global Chain“ – eine einmonatige Großaktion gegen Menschenhandel – zu 1.024 Festnahmen in 59 Ländern und der Identifizierung von über 2.000 potenziellen Opfern geführt hat. Österreich und Rumänien leiteten die Aktion gemeinsam im Rahmen der EU-Initiative EMPACT Joint Action Days und arbeiteten eng mit Interpol sowie lokalen Polizeikräften auf fünf Kontinenten zusammen. Siebzehn Opfer wurden auf österreichischem Boden befreit, acht mutmaßliche Menschenhändler festgenommen, zwei weitere stehen unter europäischen Haftbefehlen. Weltweit stammen die meisten Opfer aus lateinamerikanischen Staaten wie Argentinien, Kolumbien und Venezuela sowie aus Moldawien und Nepal. Die Ermittler konzentrierten sich auf Ringe der sexuellen Ausbeutung, erzwungenes Betteln und Banden, die Kinder für Kleinkriminalität einsetzen. Für die österreichischen Grenzbehörden unterstreichen die Ergebnisse den Wandel hin zu einer intelligengestützten Polizeiarbeit: Beamte nutzten Passagierdaten von Fluggesellschaften, Schengen-Informationssystem-Meldungen und Finanzkriminalitätsdaten, um Verdächtige am Flughafen Wien und im Brennerkorridor zu identifizieren. Das BK kündigte an, diese Analysefähigkeiten vor der Skisaison auszubauen, da die Arbeitsausbeutung in Tourismusregionen dann typischerweise zunimmt. Personalverantwortliche in Unternehmen sollten beachten, dass Menschenhändler zunehmend legale Visakanäle missbrauchen, indem sie sich als Vermittlungsagenturen ausgeben. Das BK rät Arbeitgebern, Auszüge aus dem österreichischen Firmenbuch zu prüfen und zu kontrollieren, ob Vermittler die erforderliche Vermittlungsgenehmigung besitzen, wenn sie Drittstaatsangehörige einstellen. Opfer, die während der Operation identifiziert wurden, erhalten beschleunigten Zugang zu Aufenthaltstiteln nach den humanitären Bestimmungen Österreichs, die ihnen erlauben, während der Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zu arbeiten. Die Operation hat auch strategische Bedeutung: Brüssel plant, das Anti-Menschenhandels-Portfolio von EMPACT in den neuen EU-Migrationspakt-Überwachungsmechanismus zu integrieren, was bedeutet, dass Österreich voraussichtlich eine koordinierende Rolle im nächsten Vierjahreszyklus (2027–2030) übernehmen wird.
Quelle: ORF.at

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