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EU-Kommissar Brunner fordert schrittweise Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland

Juli 8, 2026
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EU-Kommissar Brunner fordert schrittweise Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland
In Bregenz am Morgen des 7. Juli forderte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner Wien und Berlin auf, die seit der Flüchtlingskrise 2015 bestehenden temporären Grenzkontrollen an ihrer gemeinsamen Landgrenze abzubauen. Brunner argumentierte, dass ein anhaltender Rückgang der irregulären Einreisen um 55 % in der EU – sogar 90 % auf der Westbalkan-Route, die nach Österreich führt – zeigt, dass die jüngsten Reformen, darunter das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) und die verstärkte Zusammenarbeit mit Drittstaaten, Wirkung zeigen. Der Kommissar räumte ein, dass Österreich und acht weitere Schengen-Staaten die Kontrollen aus Sicherheitsgründen mehrfach verlängert haben, betonte jedoch, dass „die Zeit reif ist, zum voll funktionsfähigen Schengen-Raum zurückzukehren“. Er schlug vor, feste Kontrollstellen durch mobile Polizeipatrouillen im Hinterland zu ersetzen – ein Modell, das die Europäische Kommission bereits mit Stellungnahmen zu internen Kontrollen im letzten Monat empfohlen hat. Dies würde die Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig lange Warteschlangen vermeiden, die den grenzüberschreitenden Pendelverkehr und Just-in-Time-Lieferketten in Branchen von Automobilzulieferungen in Vorarlberg bis zur Frischwarenlogistik in Bayern stören. Das österreichische Innenministerium hat die Kontrollen bisher bis Mitte September verlängert und verweist auf Schleusernetzwerke entlang der deutschen Grenze. Wirtschaftsverbände beklagen jedoch, dass der Güterverkehr monatlich bis zu 40 Millionen Euro durch Verzögerungen verliert – Kosten, die letztlich von den Exporteuren getragen werden – und Tourismusbetriebe in Tirol berichten, dass Gäste in der vergangenen Wintersaison an den Grenzübergängen Kiefersfelden und Walserberg bis zu zwei Stunden warten mussten. Brunners Äußerungen erhöhen den Druck auf die Koalitionsregierung in Wien vor dem EU-Ratstreffen am 18. Juli, bei dem die Innenminister die ersten 100 Tage des EES bewerten werden. Sollte Österreich einem schrittweisen Abbau zustimmen, sollten Unternehmen sich auf eine Umstellung von stationären Kontrollen auf intelligence-gesteuerte Stichprobenkontrollen einstellen. Das bedeutet, dass Berufskraftfahrer und entsandte Mitarbeiter auch nach Wegfall der Kontrollstellen weiterhin vollständige Dokumente mitführen sollten. Arbeitgeber, die Personal oder Waren über die Grenze bewegen, wird empfohlen, die wöchentlichen Mobilitätsbulletins des Innenministeriums zu verfolgen und bis zur Klärung neuer Polizeieinsatzmuster mindestens 15 Minuten Puffer in ihre Zeitpläne einzubauen.
Quelle: ORF Vorarlberg

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