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EU-Kommissar Brunner fordert Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich

Juli 8, 2026
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EU-Kommissar Brunner fordert Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich
Am 7. Juli 2026 forderte der EU-Migrationskommissar und ehemalige österreichische Finanzminister Magnus Brunner bei einem Besuch in Bregenz den „kontrollierten und unumkehrbaren“ Abbau der stationären Grenzkontrollen, die Deutschland 2015 an der Grenze zu Österreich eingeführt hat. Brunner argumentierte, dass die äußere Schengen-Außengrenze dank des neuen EU-Migrationspakts, verschärfter Visavorschriften und digitaler Grenzmanagement-Tools wie dem Ein- und Ausreisesystem (EES) heute „deutlich besser geschützt“ sei. Er verwies auf Eurostat-Daten, die zeigen, dass illegale Grenzübertritte auf der Westbalkan-Route – traditionell der Korridor, der Österreich und Süddeutschland betrifft – in drei Jahren um 90 % zurückgegangen sind. Insgesamt sind die irregulären Einreisen in die EU seit 2024 um 55 % gesunken. „Die sicherheitspolitische Begründung für feste Kontrollen ist entfallen. Es ist Zeit, die volle Freizügigkeit wiederherzustellen und sich auf mobile Polizeikontrollen in der Grenzregion zu konzentrieren“, so Brunner. Österreich und Deutschland haben ihre Kontrollen mehrfach verlängert und argumentieren, dass sekundäre Migration, Schleuserkriminalität und Terrorismus weiterhin vor Ort Kontrollen erfordern. Während der Schengen-Kodex vorübergehende Wiedereinführungen für bis zu drei Jahre erlaubt, hat Berlin die Maßnahme bereits 14 Mal verlängert. Wirtschaftskammern auf beiden Seiten der Grenze beklagen Produktivitätsverluste und Verzögerungen in den Lieferketten; die Tiroler Wirtschaftskammer schätzt, dass Wartezeiten den Transporteuren jährlich 110 Millionen Euro kosten. Sollte die Kommission einen formellen Abbau empfehlen, müsste Wien Technologie-Upgrades – wie Kennzeichenerkennung und gemeinsame Patrouillen – mit Bayern koordinieren, um eine plötzliche Sicherheitslücke zu vermeiden. Logistikunternehmen begrüßen diese Aussicht: Gebrüder Weiss erklärte gegenüber dem ORF, dass jede eingesparte Minute in Kufstein die grenzüberschreitenden Transportkosten um rund 40.000 Euro pro Monat senkt. Auch Pendler würden profitieren; rund 26.000 Österreicher arbeiten in Bayern, und 17.000 Deutsche pendeln täglich nach Westösterreich. Für Unternehmen, die Sommertransfers oder häufige Shuttlefahrten zwischen Werken in Vorarlberg, Salzburg oder Tirol und Süddeutschland planen, lautet die wichtigste Botschaft: den politischen Kalender im Auge behalten. Wenn sich Berlin und Wien auf einen Zeitplan einigen, könnte die formelle Mitteilung an die EU bereits beim Rat für Justiz und Inneres im Oktober erfolgen, was eine erste Reduzierung der festen Kontrollen vor dem logistischen Weihnachtsgeschäft ermöglichen würde.
Quelle: ORF Vorarlberg

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