
Die Europäische Union hat den Start ihres Elektronischen Reiseinformations- und Genehmigungssystems (ETIAS) auf 2027 verschoben, wie ein Bericht der Berliner Zeitung vom 7. Juli 2026 unter Berufung auf EU- und Fluglinienquellen berichtet. ETIAS, ursprünglich für das vierte Quartal 2026 geplant, wird von visumfreien Reisenden verlangen, vor einem Besuch in einem der 30 europäischen Länder, darunter Österreich, eine Online-Genehmigung für 20 Euro zu beantragen. Verantwortliche führen die Verzögerung auf anhaltende Probleme mit Warteschlangen beim zugehörigen Ein- und Ausreisesystem (EES) zurück, das vollständig stabil sein muss, bevor ETIAS dessen Datenbanken nutzen kann. Die Luftfahrtverbände ACI Europe und IATA hatten vor Grenzwartezeiten von „bis zu fünf Stunden“ gewarnt und Brüssel aufgefordert, den Regierungen die Möglichkeit zu geben, das EES in Spitzenzeiten auszusetzen. Die Kommission hat sich stattdessen für eine Verschiebung von ETIAS entschieden, um den Flughäfen Zeit zu geben, die Infrastruktur zu optimieren und Vielreisende zu registrieren. Für die österreichischen Tourismusvermarkter ist die Verschiebung ein zweischneidiges Schwert: Sie beseitigt einen möglichen Hemmschuh für Langstreckenreisende während der Ski-Weltmeisterschaften 2027 in St. Anton, verlängert aber zugleich die Unsicherheit für Reiseveranstalter, die die neue Gebühr bereits eingeplant hatten. Das Innenministerium kündigte an, die Einstellung von 50 ETIAS-Prüfmitarbeitern bis zur Veröffentlichung eines neuen Zeitplans auszusetzen. Firmenmobilitätsteams sollten die FAQs für Dienstreisen aktualisieren: Für Mitarbeiter aus den USA, Großbritannien oder Singapur, die 2026 kurzfristig reisen, sind keine Maßnahmen erforderlich, doch die Budgets für 2027 sollten weiterhin die 20-Euro-Gebühr und mögliche Verzögerungen bei der Bearbeitung berücksichtigen, sobald das System endgültig in Betrieb geht.
Quelle: Berliner Zeitung