
Eine zweite Meldung von Travel and Tour World vom 30. Juni warnt davor, dass das Reisen in Europa zunehmend zu einem „regulatorischen Minenfeld“ wird, da die EU, das Vereinigte Königreich und mehrere Nicht-EU-Partner überlappende elektronische Reisegenehmigungsprogramme einführen. Österreichische Unternehmen, die regelmäßig Berater ins Vereinigte Königreich entsenden, müssen bald für visumfreie Staatsangehörige die elektronische Reisegenehmigung (ETA) des UK einholen und gleichzeitig das EU-ETIAS sowie das bereits in Betrieb befindliche Ein- und Ausreisesystem (EES) beachten. Die Überschneidung der Systeme bedeutet, dass ein US-Staatsbürger, der für ein zweiwöchiges Projekt in Wien und London unterwegs ist, Folgendes benötigt: (1) ETIAS-Vorabgenehmigung für die Einreise nach Österreich ab Ende 2026; (2) biometrische Erfassung bei Ankunft im EES; und (3) eine separate UK-ETA vor einem Abstecher nach London. Gleichzeitig haben Lettland, Deutschland und Montenegro eigene Vorabprüfungsinstrumente für bestimmte Reisekategorien angekündigt, was die Komplexität weiter erhöht. Für Manager der globalen Mobilität steigt die administrative Belastung deutlich an. Jedes System hat unterschiedliche Gültigkeitsdauern (ETA: zwei Jahre; ETIAS: drei Jahre), Gebühren (7 € für ETIAS, 10 £ für ETA) und Bearbeitungsstandards. Die für eine Genehmigung eingegebenen Daten werden nicht mit den anderen Systemen geteilt, sodass Reisende mehrfach Pass-, Beschäftigungs- und Gesundheitsinformationen offenlegen müssen. Das Fehlen der richtigen Genehmigung kann zu verweigertem Boarding bei Fluggesellschaften führen – besonders kostspielig bei engen Zeitplänen. Migrationsberater in Wien empfehlen, ein zentrales Tracking-Dashboard einzurichten, das an das baldige Ablaufdatum von ETIAS oder ETA erinnert und die kumulierten Schengen-Tage aus dem EES erfasst. Zudem sollten Unternehmen ihre Meldungen für entsandte Arbeitnehmer aktualisieren, da einige EU-Staaten die ETIAS-Referenznummer in A1- oder LIMOSA-Meldungen verlangen. Schulungen für Vielreisende zu den Unterschieden zwischen Visa, ETIAS, EES und nationalen Systemen sind jetzt unerlässlich, um Reiseunterbrechungen zu vermeiden. EU-Beamte verteidigen die Zunahme digitaler Genehmigungen mit dem Argument, dass sie die Sicherheit erhöhen und letztlich durch Datenabkommen zusammengeführt werden sollen. Bis dahin müssen österreichische Unternehmen eine immer komplexere Matrix von Genehmigungen managen – und verwandeln damit einst unkomplizierte Geschäftsreisen in eine sorgfältig geplante Compliance-Herausforderung.
Quelle: Travel and Tour World