
Eine von dem Justizministerium geleitete, multi-behördliche Einsatzgruppe durchkämmte am 8. Juli die engen Gassen der von Mauern umgebenen Altstadt von Nikosia. Dabei wurden die Ausweispapiere von 124 Personen überprüft und zwei baufällige Wohnblocks inspiziert, die im Verdacht stehen, irreguläre Migranten zu beherbergen. Drei Männer wurden wegen illegalen Aufenthalts festgenommen; Gesundheitsinspektoren verhängten Bußgelder wegen Hygienemängeln in den Gebäuden, und Steuerbeamte leiteten Ermittlungen gegen zwei vor Ort entdeckte, nicht lizenzierte Gaststätten ein. Die Aktion ist Teil einer Reihe gezielter Razzien, nachdem die Behörden das mittelalterliche Viertel als Hotspot für Menschenschmuggel und illegale Beschäftigung eingestuft hatten. Offizielle berichten, dass die Konzentration von Migranten in der Gegend seit der Einführung neuer Visabestimmungen im Libanon im vergangenen Jahr stark zugenommen hat, was zu vermehrten Ankünften über die von der UN überwachte Grüne Linie führt. Für Vermieter und Unternehmen, die in den verwinkelten Immobilien der Altstadt tätig sind, ist die Razzia eine deutliche Warnung: Gemeinsame Kontrollen – von Brandschutz über Arbeitsrecht bis hin zum Aufenthaltsstatus – sind jetzt die Regel. Eigentümer riskieren hohe Geldstrafen oder Betriebsschließungen, wenn sie wissentlich an undokumentierte Mieter vermieten oder Bauvorschriften missachten. Gemeinschaftsorganisationen befürchten, dass die verstärkte Polizeipräsenz Fremdenfeindlichkeit schüren und schutzbedürftige Migranten weiter in die Illegalität drängen könnte, was die Arbeit von NGOs erschwert, die Rechtsberatung und Gesundheitsdienste anbieten. Die Regierung betont, dass die Maßnahmen verhältnismäßig sind und Teil eines umfassenderen Plans zur Belebung des historischen Zentrums bei gleichzeitiger Wahrung der öffentlichen Ordnung darstellen. Unternehmen, die Mitarbeiter nach Nikosia umsiedeln, sollten die Entwicklungen genau beobachten, da Wohnmöglichkeiten innerhalb der alten Stadtmauern plötzlichen Kontrollen und strengeren Mietüberprüfungen unterliegen könnten.
Quelle: Philenews (English edition)