
Ein von fast 80 Labour-Abgeordneten unterzeichneter Brief, der am 10. Juli verbreitet wurde, fordert Innenminister Andy Burnham auf, die geplanten Reformen des „earned-settlement“-Systems zu stoppen. Diese würden bedeuten, dass die meisten Inhaber von Fachkräftevisa bis zu 10–20 Jahre warten müssten, bevor sie eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhalten. Erstmals berichtet von LBC und der i, argumentiert der Brief, dass diese Änderungen Großbritannien international isolieren, globale Talente abschrecken und besonders Pflegekräfte, Betreuer und andere Schlüsselbranchen treffen würden, die bereits unter Personalmangel leiden. Die Abgeordneten warnen, dass die rückwirkende Anwendung der neuen Regeln auf Migranten, die derzeit den fünfjährigen Weg nutzen, „dem Fairnessprinzip widerspricht“ und dem Ruf des britischen Einwanderungssystems nach dem Brexit schaden könnte. Zudem befürchten sie, dass die längere Wartezeit zu vermehrter Weiterwanderung und höherer Fluktuation führt – gerade in einer Zeit, in der der National Health Service und andere öffentliche Dienste Stabilität brauchen. Auch Wirtschaftsverbände äußern ähnliche Bedenken. Der CBI warnt vor höheren Fluktuationskosten und einem erneuten Sponsoring-Zyklus, wenn Mitarbeiter die fünf Jahre erreichen und ihre Optionen prüfen. TechUK sieht die Reform als Gefahr für die Regierungsstrategie, Großbritannien bis 2030 zu einem globalen Zentrum für Wissenschaft und Technologie zu machen. Das Innenministerium hält den längeren Weg für notwendig, um die Nettozuwanderung zu senken und die Verbindung zwischen Aufenthalt und wirtschaftlichem Beitrag zu stärken. Der Druck innerhalb der Regierungspartei deutet jedoch darauf hin, dass Minister Übergangsschutz oder Zugeständnisse für bestehende Arbeitnehmer anbieten müssen, um die parlamentarische Unterstützung zu sichern.