
Das US-Außenministerium hat am 22. Juli 2026 stillschweigend ein „Pilotprogramm für beschleunigte Termine“ gestartet, das Antragstellern für B-1/B-2-Visa an ausgewählten Konsulaten die Möglichkeit bietet, gegen eine Gebühr von 750 US-Dollar ein Interview innerhalb von zehn Werktagen zu erhalten. Der Versuch läuft bis zum 31. Dezember 2026, beginnt mit allen Standorten in der Mission Mexiko und könnte auf weitere stark nachgefragte Orte ausgeweitet werden. Antragsteller müssen zunächst einen regulären Termin buchen und die Standardgebühr von 185 US-Dollar für das maschinenlesbare Visum (MRV) bezahlen. Ist ein früherer Termin verfügbar, erscheint im System ein Button „Bezahlte Beschleunigung“; nach Klick haben die Antragsteller zehn Minuten Zeit, die Zahlung abzuschließen, sonst verfällt der Termin. Die Gebühr ist nicht erstattungsfähig – auch bei Visumsablehnung oder Nichterscheinen. Für Geschäftsreisende, die monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, verspricht die Option mehr Planungssicherheit – allerdings zu einem hohen Preis. Mobilitätsmanager, die Mitarbeiter zu Verkaufsgesprächen oder dringenden Reparaturen in Mexiko schicken, können nun Warteschlangen umgehen, die bis Mitte 2027 reichen. Doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Fairness: Interessenvertretungen kritisieren, dass die Gebühr einem „Bezahl-Zugang“ gleichkommt, der wohlhabende Antragsteller bevorzugt und bestehende Ungleichheiten zwischen wohlhabenden und einkommensschwächeren Reisenden verstärken könnte. Firmenreisedepartments sollten ihre Visa-Planungsvorlagen aktualisieren, um die Expressgebühr bei entsprechendem Budget zu berücksichtigen, und Führungskräfte über die einmalige, nicht übertragbare Natur des Termins informieren. Reiseversicherer und Risikoberater könnten ihre Policen anpassen, um die 750 US-Dollar als erstattungsfähige Notfallkosten zu behandeln. Beobachter sehen im Pilotprojekt einen Testlauf für ein breiteres Premium-Service-Modell im konsularischen Bereich – vergleichbar mit dem 15-Tage-Service der USCIS für bestimmte Anträge. Wenn die Einnahmen Personalengpässe ausgleichen, ohne die Sicherheitsüberprüfungen zu beeinträchtigen, könnte das Außenministerium eine gestaffelte Terminpreisgestaltung dauerhaft einführen und damit die Budgetplanung globaler Mobilitätsteams für Routine-Reisen in die USA grundlegend verändern.
Quelle: U.S. Department of State
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