
Ein viraler Beitrag in indischen Einwanderungsforen sorgte am 23. April für Schlagzeilen, als einem H-1B-Mitarbeiter, der versuchte, einen Termin für die US-Visastempelung innerhalb der Vereinigten Staaten zu buchen, der frühestmögliche Interviewtermin im Konsulat Chennai erst im August 2027 angeboten wurde – trotz Anmeldung um 3:30 Uhr morgens Ortszeit. Die Financial Express befragte Einwanderungsanwälte, die bestätigten, dass mehrjährige Wartezeiten an mehreren stark frequentierten Standorten wie Mumbai, Neu-Delhi und Hyderabad weiterhin üblich sind. Die Engpässe bestehen trotz der Ausweitung von Interviewbefreiungen für Verlängerungen derselben Visakategorie durch das Außenministerium sowie eines Pilotprojekts zur „postalischen Verlängerung“ bestimmter H-1B-Inhaber innerhalb der USA. Die Nachfrage übersteigt weiterhin die verfügbaren Kapazitäten. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen 47 Prozent aller weltweit ausgestellten H-Visa auf Indien, während nur 32 Prozent der Interviewstunden von Konsularbeamten für indische Antragsteller bereitgestellt wurden, so die Statistiken zur Konsulararbeitsbelastung. Für Arbeitgeber bedeutet dies erhebliche Probleme im Personalmanagement. Ausländische Staatsangehörige, die sich mit abgelaufenem Visastempel außerhalb der USA befinden, können nicht zurückkehren, um ihre Arbeit wieder aufzunehmen, bevor sie ein Interview absolviert haben – selbst wenn ihre I-797-Statusgenehmigung noch gültig ist. Dies erfordert umfangreiche Notfallpläne für Geschäftsreisen, familiäre Notfälle und rotierende Einsätze. Einige Unternehmen raten inzwischen davon ab, in den ersten 12 Monaten einer neuen H-1B-Bewilligung international zu reisen, aus Angst, dass Mitarbeiter im Ausland festsitzen könnten. Langfristige Lösungen hängen von den Haushaltsmitteln des Kongresses und dem Versprechen des Außenministeriums ab, das Pilotprogramm für inländische Visaverlängerungen über die derzeitige Obergrenze von 20.000 Fällen hinaus auszuweiten. Bis dahin sollten globale Mobilitätsmanager Konsulatskalender mindestens ein Jahr im Voraus planen, wo möglich die Berechtigung für Drop-Box-Verfahren sichern und Notfallpläne für Remote-Arbeit bei kurzfristigen Absagen bereithalten. Der Vorfall verdeutlicht eine grundsätzliche Spannung: Die USA konkurrieren gleichzeitig um Fachkräfte im MINT-Bereich und entziehen ihrem Konsularnetzwerk die nötigen Ressourcen, um diese Talente mobil zu halten. Solange die Kapazitäten nicht ausgebaut werden, könnten Arbeitgeber vermehrt Projekte nach Kanada oder Mexiko verlagern, wo die Bearbeitung von Arbeitserlaubnissen Wochen statt Jahre dauert.
Quelle: The Financial Express
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