
Österreichs wichtigste Nord-Süd-Verbindungen kamen am Samstag, den 25. Juli 2026, nur noch im Schritttempo voran, da das erste große Wechselwochenende der Sommerferien Zehntausende von Autofahrern in Richtung Adria und deutsche Seen zog. Laut Echtzeitdaten des ÖAMTC-Verkehrsdienstes bildete sich der schlimmste Stau auf der A11 Karawanken-Autobahn, wo sich die Warteschlange zur Ausreise aus Österreich auf sieben Kilometer ausdehnte und die Wartezeit an der slowenischen Grenze über 60 Minuten betrug. Reisende berichteten, dass der Stillstand bereits ab 10:00 Uhr MESZ begann und sich erst am frühen Nachmittag auflöste. Ähnliche Szenen spielten sich auf der Fernpassstraße (B179) in Tirol ab, wo wechselnde Einbahnregelungen wegen Tunnelarbeiten stundenlange Verzögerungen sowohl in Richtung deutscher Grenze bei Füssen als auch am Inntal-Knotenpunkt verursachten. Auch auf der A10 Tauern-Autobahn bei Salzburg, der A23 Südost-Tangente in Wien und der Baustelle am Packsattel auf der A2 in der Steiermark kam es zu Rückstaus von bis zu sechs Kilometern, die die Fahrzeit um 30 bis 45 Minuten verlängerten. Die Staus verdeutlichen die anhaltende Kapazitätsknappheit auf Österreichs alpinen Transitachsen. Temporäre Fahrstreifeneinschränkungen durch sommerliche Fahrbahnerneuerungen, kombiniert mit verstärkten Grenzkontrollen aufgrund der überarbeiteten Schengen-Regeln der EU, reduzieren die effektive Straßenkapazität gerade in der Hauptreisezeit. Logistikunternehmen warnten vor Folgeproblemen bei Kurierlieferungen am selben Tag nach Norditalien und Bayern, während Busunternehmen ihre Fahrgäste aufforderten, ausreichend Wasser mitzunehmen und mindestens zwei Stunden Pufferzeit für Anschlussflüge ab München, Ljubljana oder Wien einzuplanen. Autofahrer können Verzögerungen vermeiden, indem sie vor 6:00 Uhr starten, wo möglich die ÖBB-Autoreisezüge Tauern oder Nightjet nutzen oder auf Wochentagsfahrten ausweichen. Der ÖAMTC empfiehlt zudem, die digitale slowenische e-Vignette im Voraus zu kaufen und die Grenzwartezeiten-Dashboards zu prüfen, um zwischen Karawankentunnel und den Pässen Loibl oder Wurzen zu wählen. Da für den 1. und 8. August zwei weitere „schwarze“ Samstage prognostiziert werden, sollten Arbeitgeber mit grenzüberschreitenden Außendienstmitarbeitern Homeoffice-Optionen oder Übernachtungen südlich der Alpen in Betracht ziehen, um die Produktivität zu sichern.
Quelle: exxpress