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Nach dem Erdbeben in Semmering untersuchen Experten Bahnstrecken und Bergstraßen auf verborgene Schäden

Juli 26, 2026
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Nach dem Erdbeben in Semmering untersuchen Experten Bahnstrecken und Bergstraßen auf verborgene Schäden
Geotechnische Teams von GeoSphere Austria und der ÖBB-Infrastrukturabteilung haben sich am Samstagmittag (25. Juli) über den Semmering-Pass verteilt, um mögliche Mikro-Risse nach dem gestrigen Erdbeben der Stärke 4,4 zu untersuchen. Obwohl das nächtliche Beben nur kleinere Steinschläge auf der B306 verursachte und einige Schaufensterscheiben riss, warnen Ingenieure davor, dass sich die tatsächlichen Auswirkungen auf die Mobilität erst Tage später zeigen könnten, wenn unbemerkte Risse unter dem starken Sommerverkehr weiterwachsen. Die Baustelle des Semmering-Basistunnels – ein Schlüsselprojekt im Wert von 3,3 Milliarden Euro für die künftige Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Wien und Graz – wurde kurzzeitig evakuiert, um Sensorprüfungen durchzuführen. Es wurden keine Verformungen festgestellt, der Tunnelbau wurde fortgesetzt, jedoch gilt für Güterzüge auf der parallel verlaufenden Bergstrecke bis zum Abschluss der Bohrlochuntersuchungen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Die Fahrpläne für den Personenverkehr bleiben unverändert, allerdings sollten Reisende auf den Railjet-Linien RJX 61 und RJX 763 durch die Steiermark mit zehnminütigen Zeitpuffern rechnen. Auf der Straße behielt die S6 Semmering Schnellstraße beide Fahrspuren, doch an Kilometer 22 laufen Messungen zur Asphalthebung, wo Vibrationsmessgeräte eine maximale Bodenbeschleunigung von 0,17 g registrierten. Sollten Reparaturen notwendig werden, könnten Fahrbahn-Sperren am Wochenende mit dem Ferienverkehr im August zusammenfallen, was Umleitungen über die A9 Pyhrnstrecke erforderlich machen würde. Der ÖAMTC rät Autofahrern, die nach Kroatien unterwegs sind, kurzfristige Routenänderungen zu vermeiden und das QuakeWatch-Widget in der Verkehrs-App des Clubs im Auge zu behalten. In Österreich ereignet sich im Durchschnitt jährlich ein Erdbeben über Stärke 4, wobei die Semmering–Mur–Mürz-Verwerfung die aktivste Zone des Landes ist. Das Beben vom 24. Juli löste mehr als 800 Meldungen bis nach Leoben aus und verursachte mindestens sieben Nachbeben bis Stärke 2,1. Während das Risiko für moderne Gebäude gering ist, bedürfen Bahndämme und Mauerwerksbrücken der historischen Linie von 1854 besonderer Aufmerksamkeit. Für globale Mobilitätsmanager lautet die Botschaft: Wachsamkeit. Unternehmen, die Shuttlebusse für alpine Resorts betreiben oder Güter über den Pass transportieren, sollten Notfallrouten überprüfen und sicherstellen, dass Fahrer grenzüberschreitende Notfallnummern gespeichert haben. Ein abschließendes Sicherheitsbulletin der ÖBB wird für Montagabend, den 27. Juli, erwartet.
Quelle: MeinBezirk.at

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