
Die Nationale Einwanderungsbehörde Chinas (NIA) nutzte eine Pressekonferenz am 24. Juli in Peking, um die nächste Phase der Grenzöffnung nach der Pandemie vorzustellen. Lin Wenru, Vize-Minister für öffentliche Sicherheit, erklärte gegenüber Journalisten, dass die NIA derzeit Vorschriften ausarbeitet, um • die bestehenden 72- und 144-Stunden visafreien Transitregelungen zu verlängern und zu festigen, • zusätzliche einseitige visafreie Einreiseprogramme für ausgewählte Länder einzuführen und • mehr Ankunfts- und Abreiseformalitäten auf eine einzige mobile Plattform zu verlagern, die QR-Code-Einreisegenehmigungen ausstellt und Zoll- sowie Gesundheitsdeklarationen integriert. Lin zufolge wird ein Pilotprojekt der vollständig digitalen „Smart Entry Card“ – das bereits an den Flughäfen Peking-Capital und Shanghai-Pudong getestet wird – vor dem Nationalfeiertag Anfang Oktober auf 15 weitere Grenzstellen ausgeweitet. Ausländische Reisende können dann Einreise- und Quarantäneerklärungen im Voraus ausfüllen, anfallende Gebühren online bezahlen und durch ein automatisiertes Tor passieren, das biometrische Verifizierung mit zollrechtlicher Risikobewertung kombiniert. „Die Bearbeitungszeit für berechtigte Reisende wird von derzeit durchschnittlich acht Minuten auf unter drei Minuten sinken“, so Lin. Die Entscheidungsträger signalisierten zudem, dass die Liste der Länder mit 15-tägiger visafreier Einreise für Geschäfts- und Tourismuszwecke über die derzeitigen 15 europäischen und asiatischen Märkte hinaus erweitert werden könnte. Gespräche laufen Berichten zufolge mit Südkorea, Australien und mehreren Staaten des Golf-Kooperationsrats. Die NIA bestätigte Daten, die Anfang des Monats veröffentlicht wurden, wonach die visafreien Einreisen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 mit 17,8 Millionen um 30,6 % im Jahresvergleich gestiegen sind und 77,7 % aller Auslandsankünfte ausmachen. Behörden führen den vereinfachten Modus zusammen mit einem schwachen Renminbi als Gründe an, warum die Zahl der eingehenden Besucher bereits 83 % des Niveaus von 2019 erreicht hat. Für Manager der Unternehmensmobilität ergeben sich aus der Ankündigung drei zentrale Erkenntnisse: Erstens dürften sich die Transitzeiten verlängern, was Führungskräften mehr Flexibilität bei der Planung von Meetings in mehreren Städten des Festlands ohne Visum bietet. Zweitens wird die kommende digitale Genehmigung von Reisenden verlangen, biometrische Daten und Reisedetails mindestens 24 Stunden vor Abflug hochzuladen – Informationen, die viele Unternehmen derzeit vertraulich behandeln. Drittens könnte die angekündigte Erweiterung der visafreien Einreiselisten die Vorlaufzeiten für Projekte deutlich verkürzen, insbesondere wenn Australien und die Golfstaaten einbezogen werden. Einwanderungsberater empfehlen Unternehmen, die neue Pre-Clearance-API nach Veröffentlichung der Spezifikationen im August zu integrieren und ihre Richtlinienhandbücher entsprechend anzupassen, um die Anforderungen der QR-Code-basierten „Smart Entry Cards“ an den Pilotstandorten zu berücksichtigen. Firmen mit hohem Personalwechsel sollten zudem die Einhaltung des Datenschutzes überprüfen, da Mitarbeiter aufgefordert werden, Gesichtsbilder und Gesundheitsdaten direkt mit den chinesischen Grenzbehörden zu teilen.
Quelle: The Peninsula (Qatar)
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