
Fluggesellschaften auf sechs Kontinenten haben am 26. Juli 2026 ihre Kapazitätskürzungen im Nahen Osten aufgrund des erneuten Anstiegs regionaler Spannungen, der über Nacht zur teilweisen Schließung des Luftraums der VAE führte, weiter verschärft. Eine Analyse von The National zeigt, dass mehr als 180 Flüge zu Golf-Flughäfen nun gestrichen oder bis mindestens Ende August ausgesetzt sind, wobei Dubai und Abu Dhabi am stärksten betroffen sind. Europäische Netzwerk-Airlines führen den Rückzug an. Air France verlängerte die Aussetzung der Flüge nach Dubai bis zum 27. Juli und verschob die Wiederaufnahme der Verbindungen nach Riad und Beirut auf August, während KLM alle Flüge zwischen Riad, Dammam und Dubai bis zum 23. August ausgesetzt hat. British Airways verschob den schrittweisen Neustart im Nahen Osten auf den 25. Oktober und strich die Verbindung nach Dschidda dauerhaft. Singapore Airlines, Cathay Pacific und Finnair haben die Flugausfälle nach Dubai bis Oktober verlängert, was Geschäftsreisende mit hohem Ertrag zu mehrstufigen Routen über Muscat oder Doha zwingt. Regionale Fluggesellschaften jonglieren mit fortlaufenden Streichungen. Etihad strich seine Flüge Abu Dhabi–Kuwait/Bahrain bis zum 26. Juli, während die in Sharjah ansässige Air Arabia mehrere Verbindungen nach Kuwait und Bahrain für den 26. und 27. Juli aussetzte. Emirates, das angibt, 75 % seines Vorkriegsflugplans wiederhergestellt zu haben, strich am Wochenende dennoch zwanzig Flüge nach Kuwait und Bahrain und warnte vor weiteren kurzfristigen Kürzungen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen gehen über den Passagierverkehr hinaus. Spediteure melden einen Anstieg der Spot-Frachtpreise von Dubai nach Europa um 18 % im Wochenvergleich, da Verlader wertvolle Sendungen auf sicherere Routen umleiten. Reise-Risikoberater empfehlen multinationalen Arbeitgebern, die Evakuierungsschwellen für nicht unbedingt notwendige Expatriates zu überprüfen und Remote-Arbeitsoptionen für Projektteams einzuplanen, die in den nächsten zwei Wochen in den VAE rotieren sollen. Die Fluggesellschaften betonen, dass die Entscheidungen „ausschließlich operativ und sicherheitsbedingt“ seien und vollständige Rückerstattungen oder kostenlose Umbuchungen angeboten werden. Angesichts der unsicheren Sicherheitslage sollten Geschäftsreisende jedoch mit dynamischen Flugplänen für mindestens den nächsten Monat rechnen und flexible Tarife bevorzugen.
Quelle: The National