
Die A2-Autobahn in der Schweiz wurde am wichtigsten europäischen Ferienwochenende erneut zum Nadelöhr für den Nord-Süd-Verkehr. Bereits um 6:00 Uhr am Samstag, den 25. Juli, zeigten die Verkehrskameras des Touring Club Suisse (TCS) einen zehn Kilometer langen Stau am Gotthard-Nordportal bei Erstfeld, wobei Autofahrer in Richtung Süden bis zu 1 Stunde und 40 Minuten Verzögerung hatten. Die Staus hielten in beiden Richtungen bis zum Nachmittag an, bevor sich der Rückstau auf sieben Kilometer verkürzte. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) führt die Verkehrsbehinderungen auf den traditionellen „Schwarzen Samstag“ in Kombination mit Fahrstreifeneinschränkungen im Tunnel wegen Wartungsarbeiten zurück. Auf der Südseite bildete sich zwischen Quinto und Airolo ein separater vier Kilometer langer Stau, der Reisende auf dem Rückweg nach Deutschland, in die Niederlande und in die Nordschweiz verzögerte. Für Unternehmen, die auf Just-in-Time-Lieferungen durch den Gotthard-Korridor angewiesen sind, sind die Verzögerungen mehr als nur ein Ärgernis. Mehrere Logistikfirmen berichteten dem Schweizer Speditionsverband ASTAG, dass verderbliche Waren über den San-Bernardino-Pass oder per Bahn durch den Lötschberg-Basistunnel umgeleitet werden mussten, was zusätzliche Kosten verursachte und Wochenendarbeit erforderte. ASTRA empfiehlt privaten Autofahrern, außerhalb der Stoßzeiten zu reisen (vor 5:00 Uhr oder nach 20:00 Uhr) und das Verkehrsvorhersagetool in der Via Suisse-App zu nutzen. Unternehmen, die Mitarbeitershuttles zu italienischen Standorten betreiben, steigen auf den Gotthard-Autoverlad oder planen Nachtbusfahrten, um Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten zu vermeiden. Da für das erste Augustwochenende weitere Baustellen geplant sind, sollten Mobilitätsmanager in den nächsten zwei Wochen mit ähnlichen Behinderungen rechnen.
Quelle: Watson