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Zehn Kilometer Stau am Gotthard-Tunnel läutet Schweizer Ferienausreise ein

Juli 26, 2026
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Zehn Kilometer Stau am Gotthard-Tunnel läutet Schweizer Ferienausreise ein
Schweizer Urlauber, die am ersten großen „Wechselwochenende“ der Sommerferien gen Süden unterwegs waren, trafen am Samstag, 25. Juli, bereits um 6 Uhr morgens auf eine zehn Kilometer lange Verkehrsschlange. Laut Touring Club Schweiz (TCS) führte der Stau auf der A2 zwischen Erstfeld und Göschenen zu einer Verzögerung von etwa eineinhalb Stunden, was viele Autofahrer dazu zwang, die emblematische Gotthard-Route zu meiden und stattdessen den A13-San-Bernardino-Tunnel zu nutzen. Saisonale Staus am Gotthard sind nichts Neues, doch der heutige Rückstau setzte früher ein und wuchs schneller als der 20-Kilometer-Rekord vom vergangenen Samstag. Mehrere Faktoren trafen zusammen: der Ferienbeginn in den Kantonen Zürich und Bern, die zweite Reisewelle aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland sowie außergewöhnlich warmes Wetter, das viele dazu veranlasste, noch vor Sonnenaufgang aufzubrechen. Der Gotthard-Tunnel ist eine der meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindungen Europas und bündelt den Verkehr aus den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz in Richtung Italien. Da der bestehende Tunnel nur eine Fahrspur pro Richtung hat, sieht das Sicherheitskonzept bei kritischer Staugefahr eine Schließung vor – was die Verzögerungen zwar verstärkt, aber das Unfallrisiko im 17 Kilometer langen Tunnel reduziert. Lange Staus auf der A2 haben spürbare wirtschaftliche Folgen: Logistikunternehmen müssen Strafgebühren für verspätete Lieferungen zahlen, Reiseveranstalter müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten der Busfahrer neu planen, und Grenzgänger verlieren Arbeitszeit. Der TCS empfiehlt Unternehmen, Lieferungen in Richtung Süden auf die Nächte unter der Woche zu legen und Mitarbeiter an Spitzentagen zum Homeoffice zu ermutigen. Entspannung ist in Sicht, aber noch nicht in naher Zukunft: Ein zweiter Gotthard-Rohr wird derzeit gebaut und soll 2032 eröffnet werden; bis dahin bleibt die Kapazität begrenzt. Autofahrer können die Situation vorerst erleichtern, indem sie Verkehrs-Apps nutzen, ausreichend Wasser mitnehmen und – wenn möglich – die landschaftlich reizvollen, aber weniger frequentierten Routen über San Bernardino oder Lötschberg wählen.
Quelle: SWI swissinfo.ch

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