
In einem wegweisenden Urteil vom 27. Juli 2026 hat der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs einstimmig die Berufung von Akbars Restaurant (Middlesbrough) Ltd stattgegeben und eine vom Innenministerium verhängte Zivilstrafe in Höhe von 15.000 Pfund wegen Beschäftigung eines Arbeitnehmers ohne gültige Arbeitserlaubnis aufgehoben. Die Richter stellten fest, dass die Strafverfügung gegen Abschnitt 15(6)(a) des Immigration, Asylum and Nationality Act 2006 verstößt, da nicht angegeben wurde, welcher der drei sich gegenseitig ausschließenden Tatbestände des Abschnitts 15(1) vom Innenministerium als Verstoß angesehen wurde. Die Verfügung enthielt lediglich den Gesetzestext „a, b oder c“, wodurch der Arbeitgeber nicht erkennen konnte, welcher Vorwurf genau erhoben wurde, und keine gezielte Verteidigung möglich war. Lord Sales, der das Haupturteil sprach, betonte, dass Zivilstrafen für illegale Beschäftigung „strafrechtlichen Charakter“ haben und Fairness erfordert, dass das Innenministerium klar darlegt, warum eine staatliche Sanktion verhängt wird. Für britische Arbeitgeber ist die Entscheidung mehr als ein technischer Erfolg für ein einzelnes Restaurant. Unternehmen, die Migranten beschäftigen oder Mitarbeiter mit kurzfristigen Visa einstellen, müssen künftig deutlich präzisere Bescheide erhalten, wenn das Innenministerium Verstöße gegen die Beschäftigungsregeln vermutet. Juristen erwarten eine Welle von Berufungen gegen unklare Bescheide der letzten sechs Jahre, was Firmen potenziell Millionen an Bußgeldern und Kosten für die Aussetzung von Sponsor-Lizenzen ersparen könnte. Das Urteil wirft zudem praktische Fragen für das Zivilstrafenregime bei illegaler Beschäftigung auf, das 2024/25 Einnahmen von 55 Millionen Pfund erzielte. Die Behörden müssen Vorlagen überarbeiten, Compliance-Beauftragte schulen und möglicherweise Tausende von Altfällen neu bewerten. Unternehmen sollten indes alle offenen Bescheide mit Fachanwälten prüfen und sicherstellen, dass die Nachweise für die Beschäftigungsberechtigung lückenlos dokumentiert sind. Insgesamt unterstreicht das Urteil die Bereitschaft der Gerichte, auf Verfahrensgerechtigkeit bei der Durchsetzung von Einwanderungsregeln zu pochen. Während die Regierung plant, die Höchststrafen für illegale Beschäftigung ab Oktober 2026 auf 80.000 Pfund pro Arbeitnehmer anzuheben, zieht der Oberste Gerichtshof eine klare Grenze: Strengere Sanktionen müssen weiterhin die Rechte der Arbeitgeber auf ein faires Verfahren respektieren.
Quelle: UK Supreme Court
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