
Amnesty International UK (AIUK) hat am 27. Juli eine offizielle Stellungnahme zur Konsultation des Innenministeriums veröffentlicht, in der die Erweiterung des Haslar-Abschiebezentrums in Hampshire von 130 auf 600 Betten vorgeschlagen wird. Die Menschenrechtsorganisation warnt, dass die Vergrößerung um das Vierfache die „Normalisierung langer, nicht-strafrechtlicher Inhaftierungen“ bedeuten würde und gegen Großbritanniens Verpflichtungen aus der Flüchtlingskonvention sowie dem nationalen Gleichstellungsgesetz verstoßen könnte. Haslar wurde 2016 als Abschiebezentrum geschlossen, 2023 als Notunterkunft für Asylsuchende genutzt und im vergangenen Jahr wieder als Haftanstalt reaktiviert. Das Innenministerium betont, dass die zusätzliche Kapazität notwendig sei, um den beschleunigten Abschiebeplan des Illegal Migration Act zu unterstützen. AIUK weist jedoch darauf hin, dass 85 % der 2025 aus der Haft entlassenen Personen letztlich nicht abgeschoben wurden, was die Wirtschaftlichkeit der Erweiterung infrage stellt. Für Teams im Bereich globale Mobilität und Unternehmensrecht zeigt der Vorschlag einen allgemeinen Trend hin zu verstärkter Durchsetzung statt Erleichterung. Arbeitgeber, die Arbeitsvisa sponsern, sollten mit strengeren Compliance-Prüfungen und vermehrtem Einsatz von Haftbefugnissen rechnen, selbst bei kleineren formalen Mängeln wie fehlenden Tuberkulosetests. Unternehmen müssen möglicherweise ihre Dokumentenprüfungen vor der Abreise intensivieren und digitale Statusüberprüfungen für Reisende in Betracht ziehen, um Haftzeiten während der Statusklärung zu vermeiden. Die Konsultation, die bis zum 31. August läuft, fragt auch nach Meinungen zu Verkehrsverbindungen und Auswirkungen auf die Gemeinschaft. Lokale Arbeitgeber in der Nähe von Portsmouth, die auf internationales Personal angewiesen sind, könnten bei wachsendem Widerstand in der Bevölkerung mit Reputationsrisiken konfrontiert werden. Unternehmen werden ermutigt, sich an der Konsultation zu beteiligen, um sicherzustellen, dass betriebliche Gegebenheiten wie Schichtpläne mit 24-Stunden-ÖPNV in die Entscheidungsfindung zur Erweiterung einfließen.
Quelle: Amnesty International UK
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