
Ein Bericht des russischen Wirtschaftsmagazins AK&M vom 28. Juli liefert neue Zahlen zu den anhaltenden Arbeitskämpfen bei Finnair seit Ende 2024. Demnach führte ein Streik des Bodenpersonals und der Catering-Mitarbeiter am 17. Juni dazu, dass die Oneworld-Fluggesellschaft 143 Flüge komplett streichen musste, gefolgt von weiteren 128 Ausfällen zwei Tage später, als sich die Störungen am Flughafen Helsinki-Vantaa ausbreiteten. Insgesamt schätzt AK&M, dass die Arbeitsniederlegungen der Aviation Union (IAU) und der finnischen Pilotenvereinigung in diesem Sommer bereits 260.000 Passagiere und zahlreiche Frachtlieferungen betroffen haben. Obwohl die letzten Flugausfälle vor sechs Wochen stattfanden, zeigt das Veröffentlichungsdatum, dass die Arbeitskonflikte weiterhin Schlagzeilen machen, während die von Vermittlern geführten Verhandlungen andauern. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnindexierung entsprechend der zweistelligen Inflation in Finnland sowie Garantien bei der Dienstplanung; das Management argumentiert, dass die Finanzen noch immer unter der Schließung des russischen Luftraums leiden, die Finnairs Asienflüge über den Nordpol umleitet und zusätzlichen Treibstoffverbrauch verursacht. Für Mobilitätsfachleute bedeutet dies, dass die finnischen Arbeitsbeziehungen in der Hochsaison im August weiterhin volatil bleiben. Unternehmen mit rotierendem Personal in den Bereichen Energie, Bergbau und Technologie – viele davon abhängig vom asiatischen Netzwerk Finnairs – sollten alternative Routen über Stockholm, Kopenhagen oder Nahost-Drehkreuze einplanen und enge Umsteigeverbindungen in Helsinki vermeiden. Personal- und Relocation-Teams sollten zudem die Termine für Einwanderungsbehörden im Blick behalten: Bei Streiks des Bodenpersonals verlängern sich die Warteschlangen an den Polizeikontrollstellen, was Anschlussreisende gefährdet, die Schengen-Aufenthaltsfristen zu überschreiten. Auch Frachtspediteure, die temperaturkontrollierte Biotech-Proben über das COOL-Terminal von Finnair Cargo transportieren, benötigen Notfallpläne, um die Kühlkette während der Arbeitsniederlegungen aufrechtzuerhalten. Finnair betont seine „Verpflichtung zu einem konstruktiven Dialog“, warnt jedoch, dass weitere Eskalationen im Herbst zu unbezahlten Freistellungen von 36 Langstreckenpiloten führen und eine weitere Kürzung des Winterflugplans 2026/27 erforderlich machen könnten, was die Kapazitäten auf wichtigen nordamerikanischen Strecken, die von finnischen Exportherstellern genutzt werden, einschränken würde.
Quelle: AK&M Information Agency