
Immigration, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft Kanada (IRCC) hat am 31. Juli 2026 stillschweigend eine Mitteilung veröffentlicht, die bestätigt, dass die 2023 eingeführten Sonderregelungen für palästinensische Staatsangehörige nicht wie ursprünglich geplant auslaufen werden. Stattdessen hat Ottawa eine ausgewogene Verlängerung um 17 Monate bis zum 30. Dezember 2027 genehmigt und die Anspruchsvoraussetzungen leicht erweitert. Das Programm wurde ins Leben gerufen, um palästinensischen Passinhabern zu helfen, die sich bereits in Kanada aufhielten, als der Gaza-Konflikt eskalierte und eine sichere Rückkehr in ihre Heimat nicht möglich war. Bislang konnten diese Personen gebührenfreie offene Arbeitserlaubnisse, Studiengenehmigungen oder Besucherverlängerungen erhalten, die mit dem Ablauf ihres bestehenden Status übereinstimmten. Laut IRCC wurden bis zum 31. Mai 2026 insgesamt 2.383 gültige Arbeitserlaubnisse und 236 Studiengenehmigungen im Rahmen der Regelung ausgestellt. Nach den aktualisierten Bestimmungen kann nun jeder, der eine erste offene Arbeitserlaubnis erhalten hat, eine Verlängerung gegen Gebühr beantragen. Noch bedeutender ist, dass Palästinenser, die es schaffen, Gaza zu verlassen und bis spätestens 30. September 2027 in Kanada ankommen, ebenfalls Zugang zu gebührenfreien temporären Aufenthaltserlaubnissen und Verlängerungen innerhalb Kanadas erhalten – eine Lücke, die von Interessenvertretungen kritisiert wurde, da sie Menschen benachteiligte, die keine Ausreisegenehmigung rechtzeitig erhalten konnten. Arbeitgeber mit palästinensischen Mitarbeitenden sollten die neuen Fristen genau prüfen. Da Verlängerungen nun mit regulären Bearbeitungsgebühren verbunden sind, sollten Unternehmen, die zuvor keine Kosten für arbeitgeberbefreite Arbeitserlaubnisse (LMIA-frei) hatten, entsprechende Budgetierungen vornehmen. Personalabteilungen sollten zudem sicherstellen, dass Palästinenser, die nach dem 30. September 2027 ankommen, über die regulären temporären Aufenthaltswege und nicht über das Sonderprogramm eingereist werden. Die Entscheidung spiegelt Ottawas umfassendere Strategie wider, begrenzte, zeitlich befristete öffentliche Maßnahmen zur Reaktion auf humanitäre Krisen einzusetzen, während gleichzeitig signalisiert wird, dass langfristige Lösungen – wie Umsiedlungsprogramme – multilaterale Zusammenarbeit erfordern. Organisationen, die ausländische Mitarbeitende unterstützen, sollten betroffene Personen umgehend informieren; obwohl die Verlängerung mehr Spielraum bietet, müssen Anträge weiterhin vor dem neuen Stichtag am 30. Dezember 2027 eingereicht werden.
Quelle: IRCC Notice
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