
Die „Visa-Arbeitsgruppe“ des Rates der Europäischen Union – das Gremium, das die Gesetzgebung zur gemeinsamen Visapolitik vorbereitet – hielt am Montag, den 14. September, im Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel ihre 369.691. Sitzung ab. Die Schweiz nimmt als assoziierter Schengen-Staat neben Norwegen, Island und Liechtenstein teil, obwohl sie kein EU-Mitglied ist. Auf der Tagesordnung standen Entwürfe für Kriterien zum Mechanismus der Aussetzung der Visafreiheit, ein Diskussionspapier zur Erhöhung der Schengen-Visagebühren zur Finanzierung von IT-Modernisierungen sowie Vorschläge zur Überwachung von visafreien Ländern. Schweizer Vertreter nutzten die Sitzung, um Berns Unterstützung für ein digitales Schengen-Visum zu bekräftigen und um Klarstellungen zu den Datenschutzvorkehrungen beim Upgrade des EU-Visainformationssystems (VIS) im kommenden Jahr zu bitten. Für multinationale Arbeitgeber deutet das Treffen auf zwei bevorstehende Änderungen hin: eine wahrscheinliche Erhöhung der Standardgebühr für Schengen-Visa (derzeit 80 €) und eine strengere Kontrolle von Überziehungen durch Bürger visafreier Länder. Beide Maßnahmen würden auch in der Schweiz gemäß dem Schengen-Assoziierungsabkommen gelten, was bedeutet, dass Personalabteilungen ihre Reisebudgets und Compliance-Prozesse für temporär in der Schweiz tätige Besucher anpassen müssen. Das Sitzungsprotokoll wird Anfang Oktober veröffentlicht, doch Insider berichten von einem Konsens über eine moderate Gebührenerhöhung um 10 bis 15 € und eine schrittweise Einführung digitaler Visa ab Ende 2027. Schweizer Konsulate weltweit sollen die E-Visum-Plattform sechs Monate nach dem EU-Start pilotieren.
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