
Einen Tag bevor Chinas umfassende Exit-Entry-Verwaltungsverordnung in Kraft trat, veranstaltete Taiwans Mainland Affairs Council (MAC) in Taipeh ein öffentliches Forum, um die praktischen Risiken für Reisende über die Taiwanstraße hinweg zu erläutern. Stellvertretender Minister Shen Yu-chung erklärte am 14. September, dass die Verordnung die Situationen erheblich ausweitet, in denen chinesische Grenzbeamte Zugang zu digitalen Geräten von Reisenden verlangen und Personen ohne vorherige Benachrichtigung für sechs Monate bis zu drei Jahren die Ausreise vom Festland verweigern können. Besonders gefährdet sind fünf Gruppen: taiwanesische Geschäftsleute auf dem Festland, Führungskräfte, die chinesische Partner besuchen, Fachkräfte aus der Halbleiter- und Hightech-Branche, Mitarbeiter im öffentlichen Dienst an vorderster Front sowie Mitglieder religiöser Organisationen, die Peking als sensibel einstuft. Rechtsexperten wiesen darauf hin, dass die Verordnung auf dem Exit-Entry-Gesetz von 2012 basiert, das Taiwaner als „chinesische Staatsbürger“ behandelt. In Kombination mit den Änderungen des Gegenspionagegesetzes von 2023 erhalten Grenzbeamte weitreichende Befugnisse, Telefone und Laptops zu kopieren oder zu durchsuchen, wenn sie Daten als relevant für „nationale Sicherheit“ oder „industrielle Sicherheit“ wie Chip-Design-Know-how einstufen. Das MAC riet Unternehmen zur Einführung von „Clean-Phone“-Protokollen, verpflichtender Vorabregistrierung vor Reisen und Notfallplänen für Mitarbeiter, denen die Ausreise verweigert werden könnte. Shen betonte, dass Taipeh die Reisewarnstufe für China auf dem aktuellen „Orange“-Level belässt – nicht notwendige Reisen vermeiden – und die Hinweise anpasst, sobald sich die Verordnung etabliert. Der Vorfall verdeutlicht die wachsende Compliance-Herausforderung für multinationale Unternehmen mit Mobilitätsprogrammen in China. Personal- und Risikomanager sollten Geräte-Richtlinien überprüfen, die Mitarbeiterexposition gegenüber Chinas Exportkontrollregime analysieren und Reisende auf mögliche Grenzkontrollen vorbereiten.
Quelle: Focus Taiwan / CNA
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