
Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska nutzte ein Treffen am 17. September in Madrid mit dem EU-Innenkommissar Magnus Brunner, um eine Gesetzesreform zu fordern, die es den Mitgliedstaaten ermöglicht, Rückführungsanordnungen und Entscheidungen zum internationalen Schutz bei großflächigen Ankünften zu beschleunigen. Dieser Vorstoß erfolgt sechs Wochen nach dem Grenzübertritt von fast 80.000 Menschen aus Marokko in die spanische Stadt Ceuta innerhalb von zwei Tagen, was die Aufnahmekapazitäten überforderte und Spanien zur Wiedereinführung temporärer Grenzkontrollen zwang. Grande-Marlaska kritisierte, dass das derzeitige EU-Instrumentarium – bestehend aus der Rückführungsrichtlinie, den Dublin-Regeln und dem Migrationspakt von 2020 – „keinen Notfallmodus“ biete. Er fordert ein neues „Krisenprotokoll“, das es den Grenzstaaten erlaubt, Berufungsfristen zu verkürzen, vereinfachte Rückführungsbescheide zu nutzen und innerhalb von 48 Stunden nach Massenankünften gemeinsame EU-Screening-Teams einzusetzen. Spanien bittet Brüssel zudem, zusätzliche Mittel für Asyl und Grenzmanagement speziell für Gebiete mit besonderen geografischen Herausforderungen wie Ceuta und Melilla bereitzustellen. Brunner bestätigte während des Treffens, dass die Kommission bereits 114,7 Millionen Euro Notfallhilfe aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds genehmigt hat, um die Aufnahmekapazitäten in beiden Enklaven auszubauen. Spanische Behörden erklärten, ein Teil der Mittel werde für zwei neue Temporäre Aufnahmezentren für Migranten (CATE) mit jeweils 800 Betten sowie zur Verstärkung der Meeresmauer in Benzú verwendet, wo die meisten Übertritte stattfanden. Für Arbeitgeber mit mobilen Mitarbeitern lautet die Botschaft zweigleisig: Grenzkontrollen an Häfen und Flughäfen, die Ceuta bedienen, dürften mindestens bis Oktober bestehen bleiben, und der politische Druck für EU-weite Regeländerungen wächst, die in künftigen Krisen Verfahrensfristen verkürzen, aber auch die Erteilung von Arbeitserlaubnissen für irreguläre Einreisende verschärfen könnten. Unternehmen, die Talente nach oder durch Spanien entsenden, sollten daher ihre Notfallpläne überprüfen und die vor Jahresende erwarteten Schengen-weiten Gesetzesvorschläge aufmerksam verfolgen.
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Spanien.Mehr von Spanien
Alle anzeigen
Konservative im Europäischen Parlament drohen mit Einfrieren des EU-Marokko-Abkommens wegen Masseneinreise in Ceuta
Balearische Inseln überholen Kanaren als Spaniens wichtigsten Ankunftsort für irreguläre Migranten