
Internationale Studierende sind das nächste Ziel von Canberras Migrationsbeschränkungen. Nach den am 18. September angekündigten Änderungen dürfen neue Antragsteller für das Studentenvisum (Subclass 500) – mit Ausnahme von Doktoranden – künftig keine Ehepartner, Partner oder Kinder mehr in ihrem Visum mitführen. Die Regierung argumentiert, dass Angehörige im vergangenen Jahr 46.000 zusätzliche Ankünfte verursacht haben und die ohnehin angespannten Mietmärkte mit einer Rekord-Leerstandsquote von unter einem Prozent weiter belasten. Gebührenerhöhungen, strengere finanzielle Nachweispflichten und langsamere Bearbeitungszeiten haben die Ablehnungsquoten bei Visa bereits auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen getrieben. Analysten des Mitchell Institute weisen darauf hin, dass die Zahl der Visa im sekundären Bildungssektor von 92.000 im Jahr 2019 auf 142.000 im Jahr 2026 angestiegen ist, was den Druck auf die städtische Infrastruktur weiter verschärft. Universities Australia warnt, dass das Verbot eine Exportindustrie im Wert von 54,7 Milliarden AUD gefährdet, da familienfreundliche Länder wie Kanada und Großbritannien Studierende abwerben könnten. Branchenvertreter bezweifeln zudem, ob die Maßnahme mit den Bemühungen vereinbar ist, hochqualifizierte Forschende und Pflegekräfte über Post-Study-Work-Visa anzuziehen. Mobility-Manager multinationaler Unternehmen, die Absolventen rekrutieren, sollten sich auf eine Trennung der Familien einstellen: Hauptstudierende könnten allein einreisen, während Partner separate, teurere Arbeitsvisa benötigen. Wohnbeihilfen und Unterstützungsangebote für das Wohlbefinden müssten möglicherweise an das Leben in Einzelhaushalten angepasst werden. Bildungseinrichtungen setzen sich für Ausnahmen ein – etwa für Angehörige bei Studiengängen mit kritischen Fachkräften – doch über die Ausnahme für Doktoranden hinaus wurden keine weiteren Zugeständnisse angekündigt. Das Verbot von Angehörigen in Kombination mit einer geplanten „No Further Stay“-Regelung zur Einschränkung des Wechsels von Visa im Inland markiert eine deutliche Abkehr von einer nachfrageorientierten Bildungsexportpolitik hin zu einer migrationspolitisch gesteuerten Steuerung des Angebots. Interessierte Akteure haben bis zur Parlamentssitzung im Oktober Zeit, Einfluss auf die entsprechenden Durchführungsverordnungen zu nehmen.
Quelle: ABC Asia
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