
Auch im parlamentarischen Überblick vom 23. September haben Abgeordnete der Mitte-Partei einen Antrag eingebracht, der eine verpflichtende Orientierung zu den gesellschaftlichen Werten der Schweiz fordert – insbesondere das Bekenntnis, auf häusliche und sexuelle Gewalt zu verzichten – für alle ausländischen Staatsangehörigen, die über Familiennachzug oder andere Einwanderungskanäle ins Land kommen. Der Vorschlag spiegelt die Sorge wider, dass ein Teil der Gewalttaten von Personen begangen wird, „die nicht ausreichend über die grundlegenden Werte und Regeln in der Schweiz informiert sind“. Die Abgeordneten wollen, dass Neuankömmlinge bei der Ankunft einen formellen „Vertrag“ unterschreiben und Schulungsmodule absolvieren, die von kantonalen Integrationsstellen angeboten werden. Die Nichtteilnahme könnte die Erneuerung der Aufenthaltsbewilligung gefährden. Integrationsexperten weisen darauf hin, dass in der Schweiz bereits Sprachkurse und grundlegende staatsbürgerliche Bildung vorgeschrieben sind, der neue Antrag jedoch erstmals eine Wertevermittlung explizit mit der Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt verknüpft. Sollte der Antrag angenommen werden, müssen Arbeitgeber, die Familienvisa sponsern, zusätzliche Zeit und Kosten für die Orientierung in ihre Einarbeitungspläne einrechnen. Die kantonalen Migrationsbehörden zeigen sich überwiegend unterstützend; das Integrationsbüro Zürich teilte lokalen Medien mit, dass bestehende Präventionsprogramme gegen häusliche Gewalt innerhalb von sechs Monaten angepasst werden könnten. Kritiker warnen jedoch vor einer Stigmatisierung von Migranten und bezweifeln die rechtliche Durchsetzbarkeit im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens mit der EU. Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Auswirkung zwar subtil, aber real: Personalrichtlinien sollten verpflichtende Sitzungen für Angehörige vorsehen und sicherstellen, dass Entsandte verstehen, dass die Teilnahme an kulturellen Orientierungskursen künftig eine Voraussetzung für den Aufenthalt sein könnte. Unternehmen sollten mit Umzugsdienstleistern zusammenarbeiten, um Kurse in die Ankunftszeitpläne einzubinden und gegebenenfalls Übersetzungsdienste einzuplanen.
Quelle: The Local Switzerland
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