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EU-Arbeitsgruppe verabschiedet Finanzierungsplan 2028-34 für Schengen-Grenzen und Visapolitik – Frankreich profitiert von Milliarden

Dez. 17, 2025
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EU-Arbeitsgruppe verabschiedet Finanzierungsplan 2028-34 für Schengen-Grenzen und Visapolitik – Frankreich profitiert von Milliarden
Brüssel – 16. Dezember 2025. Innenministerielle Attachés der 27 EU-Mitgliedstaaten trafen sich heute im Justus-Lipsius-Gebäude des Rates der Europäischen Union zur Abschlussrunde der Ad-hoc-Arbeitsgruppe für Finanzinstrumente im Bereich Justiz und Inneres (JHA). Bei der zweitägigen Sitzung wurden Kompromisstexte der Ratspräsidentschaft für drei neue Verordnungen verabschiedet, die zwischen 2028 und 2034 schätzungsweise 18 Milliarden Euro in Grenzmanagement, Schengen-Governance und gemeinsame Visapolitik lenken werden. Frankreich, das die längste externe Landgrenze der EU kontrolliert und in den frühen 2030er Jahren mehrere hochkarätige Sport- und Diplomatieveranstaltungen ausrichten wird, dürfte zu den Hauptnutznießern zählen.

Was beinhaltet das Paket? Die erste Verordnung schafft einen speziellen Fonds „Schengen & Integriertes Grenzmanagement“ zur Finanzierung intelligenter Grenztechnologien (darunter biometrische EES/ETIAS-Kioske, PARAFE-E-Gates und mobile Passlesegeräte), gemeinsamer Frontex-Einsätze sowie Binnenkontrollen zur Bekämpfung von Schleusernetzwerken. Ein zweites Instrument stellt neue Mittel für Asyl-, Migrations- und Integrationsprojekte bereit, während ein drittes interne Sicherheitsinitiativen wie interoperable Datenbanken und Polizeizusammenarbeit abdeckt. In Anlehnung an die Erfahrungen der Olympischen Spiele Paris 2024 werden nun auch vorübergehende Infrastrukturen für Großveranstaltungen mit außergewöhnlichen Passagieranstiegen förderfähig sein.

EU-Arbeitsgruppe verabschiedet Finanzierungsplan 2028-34 für Schengen-Grenzen und Visapolitik – Frankreich profitiert von Milliarden


Französische Prioritäten. Diplomaten zufolge setzte sich Paris erfolgreich für eine Formulierung ein, die es den Mitgliedstaaten erlaubt, Erstattungen für „olympische Stresstests“ des Ein- und Ausreisesystems (EES) im Frühjahr 2026 sowie für Modernisierungen an den Grenzkontrollen im Vereinigten Königreich (St Pancras, Dover und Folkestone) zu beantragen. Das Innenministerium schätzt, dass Frankreich im Siebenjahreszeitraum rund 1,9 Milliarden Euro beantragen wird, unter anderem für biometrische Kioske an Regionalflughäfen wie Bordeaux-Mérignac sowie ein rund um die Uhr betriebenes Lagezentrum in Lille zur Überwachung der Schengen-Binnenkontrollen an der belgischen Grenze. Französische Unternehmen im Bereich Grenztechnologie – Thales, Idemia und Atos – stehen bereit, um nach der endgültigen parlamentarischen Zustimmung Mitte 2026 lukrative Ausschreibungen zu gewinnen.

Auswirkungen auf Geschäftsreisende. Für multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter nach und aus Frankreich entsenden, sollten die neuen Mittel mehr automatisierte E-Gate-Kapazitäten, kürzere Warteschlangen und klarere digitale Voranmeldemöglichkeiten bedeuten. Das Paket sieht zudem 350 Millionen Euro für Pilotprogramme vor, die Unternehmensdatenbanken für vertrauenswürdige Reisende mit den biometrischen Schengen-Systemen verknüpfen – ein Vorstoß, den der französische Arbeitgeberverband MEDEF unterstützt, um Reibungsverluste bei Vielfliegern an den Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle und Lyon-Saint-Exupéry zu verringern.

Nächste Schritte. Die Kompromisstexte gehen nun an COREPER und anschließend zur ersten Lesung im Rat für Justiz und Inneres im Januar 2026. Französische Vertreter kündigen an, eine zügige Verabschiedung anzustreben, damit die Ausschreibungen bereits Anfang 2027 starten können und Flughäfen sowie Präfekturen ausreichend Vorlaufzeit vor der vollständigen EES-Einführung im April 2026 haben. Unternehmen mit Mobilitätsprogrammen wird empfohlen, das Portal „France Relance Mobilité“ des Innenministeriums zu beobachten, auf dem Ko-Finanzierungsmöglichkeiten und Vorlagen für öffentlich-private Partnerschaften veröffentlicht werden, sobald die EU-Haushaltslinien in Kraft treten.
Quelle: Council of the European Union – Meeting calendar (Ad-Hoc Working Party on JHA Financial Instruments, 15-16 Dec 2025)

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