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Bundesrichter stoppt Plan der Trump-Regierung zur Abschaffung von Familienzusammenführungsprogrammen

Jan. 10, 2026
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Bundesrichter stoppt Plan der Trump-Regierung zur Abschaffung von Familienzusammenführungsprogrammen
Eine dramatische nächtliche Entscheidung in Boston hat einen der umfassendsten Einwanderungsrücknahmen der Trump-Administration gestoppt. In einem am 9. Januar 2026 veröffentlichten Beschluss erklärte die US-Bezirksrichterin Indira Talwani, sie werde eine einstweilige Verfügung erlassen, die das Department of Homeland Security (DHS) daran hindert, sieben „Familienzusammenführungs-Parole“-Programme (FRP) zum 14. Januar zu beenden.

Die Programme – unter der Biden-Administration für Kuba, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Kolumbien und Ecuador geschaffen – erlauben es genehmigten Begünstigten von Einwanderungsvisa, auf ihre Green Cards innerhalb der USA zu warten und dabei legal mit ihren US-Verwandten zu leben und zu arbeiten. Rund 10.000 bis 12.000 lateinamerikanische Begünstigte standen kurz davor, ihren Status und ihre Arbeitserlaubnis zu verlieren, als das Gericht eingriff.

Talwani stellte fest, dass das DHS gegen das Administrative Procedure Act verstoßen habe, da keine Vorankündigung oder öffentliche Kommentierungsfrist vor der Abschaffung des Programms erfolgte. Zudem kritisierte sie die Behörde dafür, die Parole-Empfänger fälschlicherweise als „unzureichend geprüft“ darzustellen, obwohl jeder Antragsteller bereits dieselben Überprüfungen zu Strafregister, Sicherheit und Gesundheit durchlaufen hatte wie bei Einwanderungsvisa. „Diese Personen haben die von Kongress vorgegebenen Regeln befolgt“, schrieb Talwani und bezeichnete die geplante Abschaffung durch das DHS als „willkürlich, launenhaft und eine Ermessensüberschreitung“.

Bundesrichter stoppt Plan der Trump-Regierung zur Abschaffung von Familienzusammenführungsprogrammen


Für Arbeitgeber verhindert die einstweilige Verfügung einen Albtraum im Personalwesen: Tausende Mitarbeiter und Bewerber – viele mit gültigen Arbeitserlaubnissen (EADs) durch FRP – können weiterhin ohne Unterbrechung arbeiten. Multinationale Unternehmen mit lateinamerikanischen Talenten hatten gewarnt, dass der plötzliche Verlust der Arbeitserlaubnis Produktionslinien, Kundendienstzentren und F&E-Labore in mindestens neun Bundesstaaten stören würde. Einwanderungsrechtliche Berater empfehlen Unternehmen, FRP-Begünstigte weiter zu beschäftigen, die Rechtslage jedoch genau zu beobachten; eine Berufung der Regierung wird erwartet.

Strategisch erschwert das Urteil Präsident Trumps umfassenderen Vorstoß, die meisten humanitären Parole-Programme abzuschaffen. Das Weiße Haus kündigte an, eine neue, kürzere Vorankündigungs- und Kommentierungsfrist zu veröffentlichen, doch Befürworter kündigen an, jeden „übereilten Versuch“ anzufechten. Langfristig könnte der Kongress FRP gesetzlich verankern oder durch ein Visarückgewinnungsgesetz ersetzen – solche Lösungen sind in einem Wahljahr jedoch unwahrscheinlich.

Für die betroffenen Familien verschafft die einstweilige Verfügung Zeit – aber keine Sicherheit. Anwälte raten, die Atempause zu nutzen, um die zugrundeliegenden Einwanderungsvisa-Anträge voranzutreiben, Arbeitserlaubnisse für die volle maximale Dauer von zwei Jahren zu verlängern und, wo möglich, auf arbeitsbasierte Alternativen mit dauerhafterem Status zu setzen. Unternehmen sollten jetzt Muster-Unterstützungsschreiben vorbereiten, falls Parole-Verlängerungen kurzfristig notwendig werden.
Quelle: Reuters

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