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Die Schweiz übernimmt 2026 den Vorsitz des euro-afrikanischen Rabat-Prozesses zur Migration

Jan. 30, 2026
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Die Schweiz übernimmt 2026 den Vorsitz des euro-afrikanischen Rabat-Prozesses zur Migration
Die Schweiz wird im Jahr 2026 den Euro-Afrikanischen Dialog zu Migration und Entwicklung – besser bekannt als der Rabat-Prozess – leiten und damit Nigeria ablösen. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement bestätigte die Übergabe am 29. Januar 2026. Das 2006 gegründete Forum vereint heute 57 europäische und afrikanische Staaten sowie die EU und die ECOWAS, um die Politik in den Bereichen Asyl, legale Migration, Rückkehr und Entwicklungszusammenarbeit zu koordinieren.

Bern will seine Präsidentschaft nutzen, um zwei Themen in den Fokus zu rücken, die auch auf der innenpolitischen Agenda eine wichtige Rolle spielen: den Schutz von Asylsuchenden und die Effizienz von Rückkehr-, Wiedereingliederungs- und Rückübernahmeverfahren. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) plant eine Reihe thematischer Treffen in der Schweiz und in Partnerländern, die Anfang 2027 in einer Konferenz hochrangiger Vertreter gipfeln sollen. Ein spezielles Jubiläumsprogramm wird zudem das 20-jährige Bestehen des Rabat-Prozesses würdigen.

Die Schweiz übernimmt 2026 den Vorsitz des euro-afrikanischen Rabat-Prozesses zur Migration


Für Schweizer Arbeitgeber und Manager im Bereich globale Mobilität ist die Präsidentschaft mehr als nur diplomatisches Symbol. Der Rabat-Prozess fließt direkt in EU-Verhandlungen zu Visa, Rückübernahme und legaler Migration ein; als assoziierter Schengen-Staat kann die Schweiz die Plattform nutzen, um Pilotprojekte zur Talentmobilität oder Quoten für Jugendaustausch mit afrikanischen Partnern mitzugestalten. SEM-Vertreter haben bereits Interesse an branchenspezifischen Ausbildungskorridoren für Fachkräfte im Gesundheitswesen und IT signalisiert – Bereiche, in denen in der Schweiz ein akuter Fachkräftemangel herrscht.

Die Präsidentschaft bietet Bern zudem die Möglichkeit, seinen Ruf als „ehrlicher Vermittler“ zwischen Nord und Süd zu festigen – gerade in einer Zeit, in der die EU-Migrationsverhandlungen politisch weiterhin heikel sind. Experten erwarten, dass die Schweiz pragmatische Lösungen vorantreibt, etwa digitale Identitätslösungen für Rückkehrer und gemeinsame Finanzierungsmodelle für Wiedereingliederungsprojekte, die mit Rekrutierungskanälen der Privatwirtschaft verknüpft sind. Unternehmen, die Mitarbeitende nach Westafrika entsenden oder von dort empfangen, sollten die anstehenden thematischen Treffen aufmerksam verfolgen, da konkrete Pilotprojekte die Entsendungen erleichtern oder Visa-Prozesse beschleunigen könnten.

Praktisch bedeutet das Programm für 2026 eine verstärkte Reisetätigkeit der Schweizer Delegierten zu den Partnerhauptstädten und kann kurzfristigen Bedarf an Veranstaltungslogistik, Dolmetschern und Sicherheitsdiensten mit sich bringen. Mobilitätsteams sollten Reisende über die unterschiedlichen Einreisebestimmungen der Rabat-Prozess-Mitgliedstaaten informieren und mit einer intensiveren Medienberichterstattung über die Schweizer Migrationspolitik im Präsidentschaftsjahr rechnen.
Quelle: Swiss Federal Administration – State Secretariat for Migration

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