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Software-Ausfall bei Skyguide stoppt Starts und Landungen am Flughafen Genf

Jan. 28, 2026
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Software-Ausfall bei Skyguide stoppt Starts und Landungen am Flughafen Genf
Flughafen Genf – das zweitgrößte internationale Drehkreuz der Schweiz – erlitt am Morgen des 27. Januar 2026 einen unerwarteten Betriebsstillstand, nachdem ein Software-Update einen der Überwachungsserver des Luftverkehrsdienstleisters Skyguide zum Absturz brachte. Zwischen 09:10 und etwa 10:00 Uhr Ortszeit durften keine Flugzeuge starten oder landen, was die Umleitung von mindestens neun ankommenden Flügen nach Basel, Lyon und andere Ausweichflughäfen erforderte, während Dutzende von Abflügen auf dem Vorfeld festgehalten wurden.

Skyguide schaltete sofort auf den „Degradationsmodus“ um, der Abflüge einfriert, die Ankunftsrate verlangsamt und Überflüge um den betroffenen Sektor herumleitet. Laut Flughafen-Sprecher Ignace Jeannerat wurde die Kapazität innerhalb von 50 Minuten auf etwa 50 Prozent und bis 11:00 Uhr auf 80 Prozent wiederhergestellt, doch die Folgeverspätungen zogen sich den ganzen Tag hin, da das einbahnige Drehkreuz an einem Wochentag routinemäßig mehr als 400 Flugbewegungen abwickelt. EasyJet – die größte Fluggesellschaft am Flughafen – warnte Passagiere vor mehrstündigen Verspätungen, während SWISS mehrere Anschlussreisende über Zürich umleitete.

Software-Ausfall bei Skyguide stoppt Starts und Landungen am Flughafen Genf


Obwohl Skyguide betonte, dass die Sicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet war, entfachte der Vorfall erneut die Debatte über die Belastbarkeit der Schweizer Luftverkehrsmanagement-Infrastruktur. Die Start- und Landebahn sowie der Kontrollturm in Genf arbeiten bereits nahe ihrer Kapazitätsgrenze, da die Passagierzahlen weiterhin über das Vorkrisenniveau steigen; ein landesweiter Ausfall im Jahr 2022 hatte den kompletten Luftraum der Schweiz für mehrere Stunden lahmgelegt. Der Kanton Genf prüft den Bau eines „digitalen Turms“ als Notfalllösung, der bei Ausfall der Hauptanlage essenzielle Funktionen übernehmen könnte.

Für Geschäftsreisende und Travel Manager ist der Vorfall eine Mahnung, großzügige Anschlusszeiten bei Reisen über Genf einzuplanen, besonders in der geschäftigen Wintersportsaison, wenn Slots knapp sind. Reise-Risikoberater empfehlen, Skyguide-Statusmeldungen aufmerksam zu verfolgen und, wo möglich, auf Bahnverbindungen nach Zürich oder Basel auszuweichen, um bei technischen oder wetterbedingten Störungen am Flughafen eine Alternative zu haben.

Langfristig hat Skyguide weitere Software-Updates vorerst gestoppt und eine unabhängige Prüfung angekündigt. Zudem sollen die Pläne für eine parallele Datenzentrum-Architektur, die einen sofortigen Failover ermöglicht, beschleunigt werden – ein Projekt, das ursprünglich für 2027 geplant war, nun aber vorgezogen wird. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat zudem einen Bericht zum Vorfall angefordert, der neue regulatorische Anforderungen an die Redundanz an den verkehrsreichsten Flughäfen der Schweiz nach sich ziehen könnte.
Quelle: SWI swissinfo.ch

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