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Europäisches Parlament stellt in Brüssel erstmals umfassende EU-Visapolitik-Strategie vor

Feb. 25, 2026
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Europäisches Parlament stellt in Brüssel erstmals umfassende EU-Visapolitik-Strategie vor
In Brüssel stellte die Europäische Kommission am 24. Februar 2026 den lang erwarteten EU-Visapolitik-Strategieplan den Abgeordneten im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten (LIBE) vor. Die Strategie – die erste ihrer Art – skizziert einen politischen Fahrplan für die Verwaltung von Kurzzeitvisa in der Union für das kommende Jahrzehnt. Im Mittelpunkt steht die vollständige Digitalisierung des Schengen-Visaprozesses. Papieranträge und Visasticker werden zugunsten eines einheitlichen EU-weiten Online-Portals und eines kryptografisch signierten 2D-Barcodes abgeschafft. Innenkommissar Magnus Brunner erklärte, dass dies die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten um 30 % verkürzen und den Konsulaten jährlich geschätzte 200 Millionen Euro an Verwaltungskosten einsparen werde. Belgische Unternehmen, die häufig Kunden oder Auszubildende bei Schengenvisa unterstützen, können daher mit deutlich schnelleren Bearbeitungszeiten rechnen, sobald das Portal 2028 in Betrieb geht. Sicherheit bleibt eine gleichrangige Priorität. Die Strategie verknüpft die Visaerteilung mit einer Echtzeitüberprüfung anhand des Ein- und Ausreisesystems (EES), des Visa-Informationssystems (VIS) und der Europol-Geheimdienstinformationen. Behörden betonen, dass diese „erste Verteidigungslinie“ der belgischen Grenzpolizei helfen wird, gefälschte Reisedokumente und Identitätsbetrug zu erkennen, ohne legitimen Reisenden zusätzliche Hürden zu bereiten. Das Dokument sieht die Visapolitik zudem als Instrument der Außenbeziehungen. Länder, die bei Rückführungen und Migrationsmanagement kooperieren, könnten von kürzeren Bearbeitungszeiten und längeren Mehrfacheinreisevisa profitieren, während nicht kooperative Partner mit der Aussetzung der visafreien Einreise rechnen müssen. Belgische Exporteure begrüßten die dadurch gewonnene Klarheit bei Verhandlungen über Serviceverträge mit Besuchstechnikerinnen und -technikern. Geschäftsreisende in Brüssel sollten ihre internen Checklisten jetzt überprüfen. Obwohl keine sofortigen Gesetzesänderungen in Kraft treten, bestätigte die Kommission, dass sie vor dem Sommer drei Verordnungsentwürfe vorlegen wird: einen zur Einrichtung der digitalen Visaplattform, einen zur Änderung des Schengener Grenzkodex und einen zur Überarbeitung des EU-Visakodex. Angesichts der Rolle Belgiens als Gastgeber zahlreicher EU-Institutionen werden lokale Akteure die Entwicklungen im Parlament und Rat in diesem Jahr aus nächster Nähe verfolgen und direkt Einfluss nehmen können.
Quelle: European Parliament – LIBE Committee

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