
Spaniens Entscheidung, ein einmaliges Legalisierungsprogramm für schätzungsweise 500.000 undokumentierte Migranten zu starten, wird von vielen Arbeitgebern begrüßt, die Schwierigkeiten haben, Stellen in der Gastronomie, Landwirtschaft und Altenpflege zu besetzen. Doch kaum sechs Wochen vor Beginn der dreimonatigen Antragsfrist im April schlagen gerade die Beamten Alarm, die die Flut an Anträgen bearbeiten müssen. Gewerkschaftssprecher César José Pérez Gómez erklärte der nationalen Tageszeitung 20 Minutos, dass die 1.830 Mitarbeiter der Ausländerbehörden „für das Spanien von 2006 eingestellt wurden“, als die ausländische Bevölkerung etwa drei Millionen betrug. „Heute haben wir es mit über 12 Millionen ausländischen Einwohnern zu tun – ohne zusätzliches Personal oder Budget“, warnte er. Sachbearbeiter an vorderster Front berichten von Terminrückständen von bis zu sechs Monaten in Madrid, Barcelona und Málaga. Sie befürchten einen „Zusammenbruch“, sobald zwischen dem 1. April und 30. Juni eine halbe Million weitere Anträge auf Aufenthaltserlaubnis eingehen – jeder einzelne erfordert Identitätsprüfungen, Führungszeugnisse und Sozialversicherungsanmeldungen. Da der königliche Erlass vorschreibt, dass Entscheidungen innerhalb von weiteren drei Monaten getroffen werden müssen, halten die Mitarbeiter den Zeitplan ohne Notfallfinanzierung für Überstunden, digitale Modernisierungen und befristete Einstellungen für „menschlich unmöglich“. Für multinationale Unternehmen, die Personal nach Spanien entsenden oder auf dort ansässige Auftragnehmer angewiesen sind, leuchten die Warnlampen auf. Visaverlängerungen, Familienzusammenführungen und EU-Blaukarte-Anträge laufen bereits über dieselbe Extranjería-Plattform. Jede Verzögerung im System könnte Starttermine verschieben, Sozialversicherungsschutz unterbrechen und Schengen-Reisen für Entsandte gefährden. Global Mobility Manager werden daher geraten, Verlängerungen frühzeitig zu planen, Projektzeiten großzügig zu bemessen und rechtliche Unterstützung einzuplanen. Praktisch sollten betroffene Entsandte täglich die spanische „Cita Previa Extranjería“-App nutzen, um Stornierungen zu ergattern, gültige Pässe bereithalten für den Fall, dass Verlängerungen im Land stocken, und bei Reisen Antragsbestätigungen mitführen. Arbeitgeber können das Risiko mindern, indem sie jetzt schon Dokumentübersetzungen und medizinische Nachweise vorbereiten, bevor der Antragsansturm im April die ohnehin knappen Kapazitäten der Verwaltung bindet. Langfristig zeigt der Fall die strukturelle Diskrepanz zwischen Spaniens modernen Arbeitsmarktbedürfnissen und einer Migrationsverwaltung, die noch für die Zeit vor der Finanzkrise ausgelegt ist. Beobachter befürchten, dass die humanitäre Geste der Regierung Sánchez ohne dauerhafte Personalaufstockung und Investitionen in E-Government bald zu einem bürokratischen Engpass wird – mit direkten Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
Quelle: The Local Spain
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