
Vom 1. März 2026 bis Ende Juli wird die Kantonspolizei Graubünden erstmals die genauen Straßen veröffentlichen, auf denen ihre halb-stationären Radarkameras im Einsatz sind – ein Novum für den Bergkanton, der viele ausländische Urlauber und Grenzgänger verzeichnet. Das Pilotprojekt wurde nach einem parlamentarischen Vorstoss im Jahr 2025 genehmigt und soll untersuchen, ob mehr Transparenz das Fahrverhalten beeinflusst. Standorte in der Nähe von Spitälern, Schulen und Pflegeheimen bleiben vertraulich, alle anderen werden 24 Stunden im Voraus auf der Polizeihomepage bekanntgegeben. Verstösse werden nach Herkunft des Fahrzeugs (Graubünden, übrige Schweiz, Ausland) ausgewertet, um Touristenverkehr von lokalem Verkehr zu unterscheiden. Für Mobilitäts- und Einsatzleiter ist das Experiment wichtig, da Bussen für Geschwindigkeitsüberschreitungen dank der gegenseitigen Rechtshilfeabkommen der Schweiz grenzüberschreitend verfolgt werden können. Die Veröffentlichung der Kamerastandorte könnte die Zahl der Verstösse durch temporär eingesetzte Mitarbeitende senken, gleichzeitig aber auch Kontrollen in neuen Gebieten konzentrieren. Unternehmen, die Leasingfahrzeuge für Saisonmitarbeitende im Skigebiet betreiben, sollten die Karte verbreiten und darauf hinweisen, dass unbezahlte Schweizer Bussen zu Inkassomassnahmen oder Einreiseverboten bei künftigen Geschäftsreisen führen können. Sinkt die Unfallrate, könnten weitere Alpenkantone das Modell übernehmen und so die Compliance-Landschaft für grenzüberschreitendes Fahren in der Schweiz weiter verändern.
Quelle: Kanton Graubünden