
Die plötzliche Sperrung großer Teile des Luftraums im Nahen Osten am 28. Februar löste Schockwellen im Schweizer Luftverkehr aus. Nach nächtlichen Angriffen von US- und israelischen Streitkräften auf Ziele im Iran sperrten Behörden von Teheran bis Tel Aviv sowie mehrere Golfstaaten den zivilen Flugverkehr, was Dutzende Fluggesellschaften zwang, Flüge zu streichen oder umzuleiten. Bis zum Vormittag verzeichneten Zürich und Genf – die beiden wichtigsten internationalen Drehkreuze der Schweiz – mindestens 25 Flugausfälle und rund 140 Verspätungen. Besonders betroffen waren Airlines wie Swiss International Air Lines (SWISS), Emirates, El Al und easyJet, doch auch europäische Zubringerstrecken und Langstreckenflüge nach Asien spürten die Folgen. Die Einsatzplaner standen vor einem logistischen Puzzle: Flugzeuge und Crews waren nicht am richtigen Ort, die Dienstzeitgrenzen der Crews rückten durch verlängerte Umwege um den Nahen Osten näher, und ankommende Langstreckenflüge verpassten Anschlussverbindungen. Die Terminalmanager setzten zusätzliches Personal ein, um die Check-in-Schlangen zu bewältigen, während Hotels rund um beide Flughäfen schnell mit gestrandeten Passagieren ausgebucht waren. Händler berichteten von starkem Absatz bei Ladegeräten und Übernachtungsartikeln, da frustrierte Reisende sich auf längere Wartezeiten einstellten. Die Störung traf die Schweizer Geschäftsreisenden zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die späte Wintersaison mit Messen und der Genfer Autosalon sorgt normalerweise für eine erhöhte Nachfrage im Premiumsegment, während Freizeitreisende in den Frühlingssonnen Süden aufbrechen. Branchenexperten warnten, dass selbst eine kurze regionale Sperrung mehrere Tage zur Auflösung benötigen könnte, da gestaffelte Flugzeugrotationen und Crewpläne weltweit nachwirken. Längere Umwege über Zentralasien oder das Horn von Afrika erhöhen den Treibstoffverbrauch und gefährden die engen Zeitpläne im Lufthansa-Konzernnetzwerk, dem auch SWISS angehört. Für Mobilitätsmanager in Unternehmen ist der Vorfall eine deutliche Mahnung, dass geopolitische Krisen die Konnektivität über Nacht lahmlegen können. Experten raten Firmen, Krisenrouten zu überprüfen, Reisende in Echtzeit zu verfolgen und Dienstleistern im Duty-of-Care-Bereich die Befugnis zu geben, bei Sicherheitsrisiken auch teure Umbuchungen vorzunehmen. Reisenden wird empfohlen, alle Belege für Verpflegung und Unterkunft aufzubewahren; die EU-Verordnung 261/2004 sichert Erstattungen zu, auch wenn Entschädigungen bei außergewöhnlichen Umständen ungewiss bleiben. Langfristig erneuern Schweizer Branchenverbände ihre Forderung nach besserer Koordination zwischen dem Bundesamt für Zivilluftfahrt, Flughafenbetreibern und Airlines bei Notfall-Überfluggenehmigungen. Sie argumentieren, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als Binnenland ohne eigenen Langstreckenmarkt von ungestörten Ost-West-Korridoren abhängt. Da die Spannungen voraussichtlich anhalten, könnten Zürich und Genf in den kommenden Monaten weiterhin überproportional unter den Auswirkungen entfernter Konflikte leiden.
Quelle: The Traveler