
Berichte aus erster Hand im r/MoveToEurope-Forum deuten darauf hin, dass Studierende aus Nicht-EU-Ländern, die an österreichischen Universitäten studieren wollen, bei mehreren Botschaften und Konsulaten mit Wartezeiten von bis zu acht Wochen für Termine konfrontiert sind. Ein am 15. März veröffentlichter ausführlicher Leitfaden listet die nun geforderten Unterlagen auf – darunter Kontoauszüge über sechs statt drei Monate, notariell beglaubigte Mietverträge und Nachweise einer Vollversicherung – was die Antragsunterlagen deutlich umfangreicher macht als in den Vorjahren. Die zeitliche Lage bereitet Mobilitätskoordinatoren Sorgen, da viele Masterprogramme Anfang April starten und somit kaum Spielraum bleibt, bis das verpflichtende Einreisevisum (Kategorie D) nach der Genehmigung der Aufenthaltsbewilligung ausgestellt wird. Die Konsulate in Neu-Delhi und São Paulo haben Berichten zufolge tägliche Terminquoten eingeführt, die neue Anträge effektiv begrenzen. Antragsteller mit visumfreien Pässen (USA, Kanada, Brasilien, Japan, Südkorea) können zwar visumfrei nach Österreich einreisen und auf die Bewilligung warten, müssen dies jedoch innerhalb der 90-Tage-Schengenfrist tun. Die Universitäten versuchen, die Lücke zu schließen: Die Universität Wien hat einen „Late Arrival“-Schalter eingerichtet, der den Studierendenstatus bei der Einwanderungsbehörde (MA 35) bestätigt, sodass Neuankömmlinge bereits vor Erhalt der physischen Aufenthaltskarte ein Bankkonto eröffnen und Mietverträge unterschreiben können. Einige Einrichtungen warnen jedoch, dass Studierende ohne Karte keine bezahlten Praktika antreten können, die in MINT-Studiengängen oft verpflichtend sind. Für Arbeitgeber, die Angehörige mitversichern oder Trainee-Programme anbieten, lautet die Empfehlung, die Bewilligungsverfahren mindestens vier Monate im Voraus zu starten und zertifizierte Kurierdienste für Originaldokumente zu nutzen. Personalabteilungen sollten Studierende zudem darauf hinweisen, bei Reisen den Einreichungsbeleg des Konsulats mitzuführen, da Fluggesellschaften zunehmend Passagieren mit unsicherem Visastatus das Boarding verweigern. Während das Innenministerium sich bislang nicht zu den Berichten über längere Bearbeitungszeiten geäußert hat, rechnen Juristen mit weiterem Druck auf das System vor dem Sommerzulassungszyklus in Österreich. Eine digitale Aufenthaltsbewilligungsplattform ist für 2027 geplant, bis dahin sind Antragsteller jedoch weiterhin auf manuelle Kapazitäten angewiesen.
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