
Die Organisation der Europäischen Straßentransporteure (OTRE) gab am späten 2. April bekannt, dass sie ihre landesweiten „Schneckentempo“-Proteste auf den Autobahnen vorerst aussetzt, nachdem Premierminister Sébastien Lecornu für Anfang nächster Woche gezielte Entlastungen bei den Kraftstoffpreisen angekündigt hatte. Die Lkw-Fahrer hatten mit rollenden „Opérations escargot“ den Verkehr auf wichtigen Zufahrtsstraßen nach Paris, Lyon und Lille ausgebremst und damit Lieferketten für Exporteure und Umzugsunternehmen gefährdet. Die Dieselpreise – bereits eine Belastung für Auslandsumzüge und Just-in-Time-Lieferungen – sind seit Beginn des Nahost-Konflikts im Februar um 31 % gestiegen. Die OTRE forderte eine Rückerstattung von 20 Cent pro Liter für kleine und mittelgroße Transportunternehmen; die Regierung deutete ein gestaffeltes Erstattungssystem an, das sich nach Fahrzeugklasse und Emissionsstandards richtet. Obwohl Pkw nicht das Hauptziel waren, verlängerten die langsamen Konvois die Transferzeiten zu den Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly am Morgen des 1. April um bis zu 90 Minuten. Mobilitätsmanager, die Personal oder zeitkritische Fracht bewegen, müssen bis zur endgültigen Klärung der Subventionsbedingungen in den kommenden Tagen weiterhin mit vereinzelten Störungen rechnen. Der Vorfall verdeutlicht die generelle Verwundbarkeit Frankreichs gegenüber Energiepreisschocks und die politische Macht der Logistikbranche – ein Faktor, den Unternehmen bei der Notfallplanung für grenzüberschreitende Einsätze und Projektfracht berücksichtigen müssen.
Quelle: TF1 Info
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