
Nur wenige Stunden nach dem Start des neuen Ein- und Ausreisesystems meldeten die Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle, Orly, Lyon und Marseille Wartezeiten von bis zu 90 Minuten für Ankünfte aus Nicht-EU-Ländern. Journalisten von Business Traveller vor Ort beobachteten, wie einige Passagiere trotz der empfohlenen dreistündigen Pufferzeit Anschlussflüge verpassten. Der Hauptengpass liegt im erstmaligen Erfassungsprozess. Obwohl die biometrische Erfassung weniger als zwei Minuten dauert, kommen am Flughafen in Wellen zahlreiche Langstreckenflüge hintereinander an. Am CDG Terminal 2E landeten am Freitagmorgen innerhalb von 45 Minuten vier A380 und drei Boeing 777, was fast 3.000 EES-pflichtige Passagiere gleichzeitig in dieselbe Halle brachte. Der Flughafenbetreiber Groupe ADP hat landesweit über 2.300 Kioske installiert, räumt jedoch ein, dass Personalengpässe und die Lernkurve der Reisenden die Abfertigung in den kommenden Wochen bestimmen werden. Fluggesellschaften haben bereits begonnen, einige Kurzstreckenflüge zeitlich zu verlegen, um die Mindestumsteigezeiten zu verlängern, und Reisebüros raten Geschäftsreisenden, bis mindestens Mitte Mai enge Selbstanschlussverbindungen in Frankreich zu vermeiden. Die Regierung betont, dass sich die Lage stabilisieren wird, sobald eine kritische Masse an Wiederkehrern ihre Erstregistrierung abgeschlossen hat. Bis dahin sollten Mobilitätsteams ihre Mitarbeiter darüber informieren, dass Fast-Track- und PARAFE-eGates weiterhin nur für EU-/EWR-Bürger und Inhaber französischer Aufenthaltstitel zugänglich sind; Tickets der Premium-Klasse umgehen die EES-Erfassung nicht.
Quelle: Business Traveller