
Nur wenige Stunden nachdem das Ein- und Ausreisesystem (EES) verpflichtend wurde, veröffentlichten der Airports Council International Europe (ACI Europe) und Airlines for Europe (A4E) eine ungewöhnlich deutliche gemeinsame Erklärung aus Brüssel. Angesichts von Wartezeiten an den Grenzen von zwei bis drei Stunden, die an den Flughäfen Paris-CDG, Nizza und Bordeaux gemeldet wurden, fordern die Verbände die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten – darunter auch Frankreich – auf, den Grenzbeamten zu erlauben, die biometrische Erfassung auszusetzen, wenn die Warteschlangen „übermäßig“ lang werden. Olivier Jankovec, Generaldirektor von ACI Europe, warnte, dass das Vertrauen der Reisenden – insbesondere der transatlantischen Geschäftsreisenden – leiden könnte, gerade jetzt, wo Europa in die Hauptreisezeit startet. A4E ergänzte, dass die längeren Grenzabfertigungszeiten bereits zu verpassten Abflügen geführt haben: Ein Morgenflug von Paris nach London startete mit 51 Passagieren, die noch in der Einwanderung festsaßen. Die Verbände betonen, dass sie das EES grundsätzlich unterstützen, aber die operative Realität müsse starren Zeitvorgaben vorgehen. Sie schlagen ein Ampelsystem vor, das es den Grenzkommandanten erlaubt, bei Spitzenzeiten vorübergehend wieder auf manuelle Stempelung umzuschalten, kombiniert mit einer Echtzeit-Veröffentlichung der Warteschlangenlänge, damit Fluggesellschaften Flüge bei Bedarf zurückhalten können. Das französische Innenministerium hat sich bisher nicht öffentlich geäußert, verweist aber intern auf eine Notfallklausel, die es den Beamten bereits erlaubt, bei Kindern unter 12 Jahren und bei Ausfällen der Ausrüstung auf Fingerabdrücke zu verzichten. Ob diese Flexibilität auf weitere Fälle ausgeweitet wird, bleibt abzuwarten. Für Teams im Bereich der Unternehmensmobilität unterstreicht der Vorfall die Bedeutung von Echtzeit-Datenfeeds der Flughäfen und Tools zur Reisendenverfolgung während der Einführungsphase.
Quelle: ACI Europe Press Release