
Ein schwerer Schlag für Indiens Bildungs-Export: Australien hat die Ablehnungsquote für indische Studentenvisa im Februar auf 40 % erhöht – den höchsten Wert seit zwei Jahrzehnten. Grund dafür ist die Herabstufung Indiens von „Evidence Level 2“ auf das strengere „Evidence Level 3“ im Rahmen des Simplified Student Visa Framework (SSVF). Diese Änderung verlangt von indischen Bewerbern deutlich detailliertere finanzielle und akademische Nachweise, um ihre ernsthafte Studienabsicht zu belegen. Daten des Innenministeriums zeigen, dass die Gesamtablehnungen im Februar auf 32,5 % stiegen, wobei südasiatische Gruppen besonders betroffen sind: 60 % für Nepal, 47 % für Bangladesch und 40 % für Indien – im Vergleich zu nur 3 % für China. Im Januar und Februar wurden insgesamt nur 34.000 Studentenvisa für alle Nationalitäten ausgestellt – der niedrigste Wert seit 2013 außerhalb der COVID-bedingten Einschränkungen. Australische Entscheidungsträger argumentieren, dass die Verschärfung notwendig sei, um die Migration einzudämmen, die den Anstieg der Immobilienpreise befeuerte und politischen Gegenwind auslöste. Für Indien – Australiens größte Quelle für dauerhafte Einwanderer und zweitgrößte Quelle ausländischer Studierender – bedroht dieser Schritt jedoch eine Exportbranche im Wert von 4,3 Milliarden AUD an Studiengebühren und Lebenshaltungskosten. Indische Bildungsagenturen berichten, dass Anzahlungen für das Juli-Semester bereits nach Kanada und Großbritannien umgeleitet werden. Das in Delhi ansässige Umzugsunternehmen Leap Scholar verzeichnet in den letzten zwei Wochen einen Anstieg der Anfragen für Deutschland und die Niederlande um 27 %, da Studierende visa-freundlichere MINT-Ziele suchen. Universities Australia hat in Canberra für ein risikobasiertes statt nationalitätsbasiertes Modell geworben und vor Personalabbau und Campus-Schließungen bei sinkenden Einschreibungen gewarnt. Indische Studieninteressierte wird empfohlen, sechs Monate für die Zusammenstellung der Unterlagen einzuplanen und „Low-Risk“-Universitäten der Group of Eight zu priorisieren, die historisch etwas niedrigere Ablehnungsquoten aufweisen. Auch Kreditgeber verschärfen die Vergabe von Bildungskrediten, bis sich klarere Trends bei den Zulassungen abzeichnen.
Quelle: The Times of India
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